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Info: Die Weißfüßige Schmalfußbeutelmaus (Sminthopsis leucopus) zählt innerhalb der Familie der Raubbeutler (Dasyuridae) zur Gattung der Schmalfuß-Beutelmäuse (Sminthopsis). Im Englischen wird die Art White-footed Dunnart genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße: Die Weißfüßige Schmalfußbeutelmaus, die leicht mit der Kleinen Schmalfußbeutelmaus (Sminthopsis murina) verwechselt werden kann, erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 90 bis 100 mm sowie ein Gewicht von 19 bis 25 Gramm (Novak, 1999). Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Füße weisen eine rosafarbene Färbung auf und sind mit einem weißlichen Fell besetzt. Daraus ergibt sich eine weißliche Färbung der Füße, die namensgebend war. Die Zähne sind nadelförmig geformt, die Zehen weisen je 5 Zehen auf. Das dichte und wellig wirkende Fell weist eine überwiegend graubraune bis leicht bräunliche Grundfärbung auf. Ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Der Schwanz ist bräunlich gefärbt. Die großen und rundlich geformten Ohren sitzen leicht seitlich, jedoch weit hinten am Schädel. Die Schnauze ist länglich und spitz zulaufend. Die großen Augen sind ein Indiz für die Nachtaktivität und liegen mittig, seitlich am Kopf. Zwischen dem Ansatz der Ohren und der Schnauzespitze verläuft über die Augen hinweg ein dunkler Streifen. Weißfüßige Schmalfußbeutelmäuse bewegen sich am Boden quadrupedal (von Quadrupedie, lat. quadrus = vier und pes = Fuß) auf allen vier Extremitäten fort. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 8 Zitzen. Der Beutel für den Nachwuchs ist gut entwickelt.

Lebensweise: Weißfüßige Schmalfußbeutelmäuse leben ausschließlich am Boden und sind in der Nacht aktiv. Während der Ruhephasen und am Tage halten sich die Tiere an geschützten Orten wie unter Rinde in Hohlräumen, Felsspalten, Erdlöchern oder an ähnlichen Plätzen auf. Die Geschlechter leben vorwiegend einzelgängerisch, wobei die Reviere der Weibchen mit einem Radius von 40 m kleiner sind als die der Männchen. Die Reviere der Männchen weisen einen Radius von gut 100 m auf. Die Reviere können sich überschneiden, zu Kontakten kommt es jedoch eher selten. Die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander.

Verbreitung: Die Art kommt heute nur in wenigen Regionen von Australien vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den äußersten Südwesten des Festlandes und über weite Teile Tasmaniens. Auf dem Festland gilt die Weißfüßige Schmalfußbeutelmaus die Bundesstaaten New South Wales, Queensland, Tasmanien und Victoria als nachgewiesen. Die Tiere kommen in zahlreichen Lebensräumen mit verschiedenen Vegetationstypen vor. So werden neben Wäldern mit dichter Bodenvegetation und Regenwäldern auch in Dünenregionen, Küstenwäldern, Heidelandschaften und im Grasland besiedelt.

Ernährung: Die Weißfüßige Schmalfußbeutelmaus ernährt sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren wie Insekten (Insecta). Gelegentlich werden jedoch auch kleine Wirbeltiere (Vertebrata) gefressen. Hier sind insbesondere kleine Eidechsen (Lacertidae) zu nennen. In Zeiten reicher Nahrung legen die Tiere in ihren Schwänzen Fettreserven an, von denen sie in Zeiten mangelnder Nahrung zehren können. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt ausschließlich in der Nacht. Das Nahrungshabitat ist der Boden.

Fortpflanzung: Die Geschlechtsreife erreichen Weißfüßige Schmalfußbeutelmäuse im Alter von gut 5 bis 6 Monaten. Die Paarungszeit liegt im Wesentlichen zwischen Juli und August. Während dieser Zeit kommt es zu lediglich einem Wurf. Der Östrus erstreckt sich über rund 26 Tage. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 12 bis 13 Tagen bringt ein Weibchen bis zu 10 Jungtiere zur Welt. Nach der Geburt kriechen die Jungen selbständig in den Beutel der Mutter und verbleiben hier für die nächsten 40 Tage. Das Geburtsgewicht liegt bei 0,01 Gramm, die Körperlänge beträgt gut 3 mm. Im Alter von 60 Tagen ist die Entwöhnung von der Muttermilch abgeschlossen. Kaum einen Monat später verlässt der Nachwuchs die Mutter. Die Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft bei 4 bis 5 Jahren, die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz: Weißfüßige Schmalfußbeutelmäuse gehören heute in Australien zu den bedrohten Beuteltieren. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt. Die Gefährdungsfaktoren sind vielfältig. Die Gründe sind unter anderem der Verlust der natürlichen Lebensräume, die Fragmentierung der verbliebenen Lebensräume, die Störung in den Habitaten durch den Menschen, die Nachstellung durch nichtendemische Raubtiere, die Reinigung der Wälder von Unterholz und Todholz sowie die häufig auftretenden Buschfeuer und Waldbrände.

Datei:Weißfüßige Schmalfußbeutelmaus.jpg