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Info:  Der Ukelei (Alburnus alburnus), auch als Ablette oder Aland und unter dem Synonym Cyprinus alburnus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) zur Gattung der Weißfische (Alburnus). Im Englischen wird der UkeleiCommon Bleak genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße:

Laut fishbase kann der Ukelei eine max. Körperlänge von etwa 25,0 Zentimeter bei einem max. Gewicht von etwa 60,0 Gramm erreichen. Die Normallänge beträgt etwa 15,0 Zentimeter. Laut fishbase weist der Ukelei insgesamt 2 bis 4 Rückenflossenstacheln, insgesamt 7 bis 9 Rückenflossenweichstrahlen, 3 Afterflossenstacheln, 14 bis 20 Afterflossenweichstrahlen, 41 bis 44 Wirbel sowie 19 Schwanzflossenstrahlen auf. 

Flossenformel:

Die Flossenformel setzt sich aus dem ersten Buchstaben der lateinischen Flossenbezeichnung, der Anzahl der Hartstrahlen und der Anzahl der ungeteilten und geteilten Weichstrahlen zusammen. Hartstrahlen werden dabei mit römischen, Weichstrahlen mit arabischen Zahlen angegeben.
D. (Dorsale = Rückenflosse) 3/8, A. (Anale = Afterflosse) 3/17—20, V. (Ventrale = Bauchflosse) 2/8, P. (Pectorale = Brustflosse) 1/15, C. (Caudale = Schwanzflosse) 19. Squ. 8/47-53/3. 

Charakteristisch für die Arten aus der Gattung der Weißfische (Alburnus) sind die Schlundzähne, die in zwei Reihen zu 2 und 5 stehend angebracht sind. Die vier hinteren Zähne der inneren Reihe sind mit einer hakenförmig umgebogenen Spitze an der seitlich zusammengedrückten Krone ausgestattet. Der mit einem vorstehenden Kinn versehene Unterkiefer greift in eine Vertiefung der Zwischenkiefer ein. Die kurze Rückenflosse steht hinter den Bauchflossen und die Afterflosse mit einer langen Basis beginnt hinter oder unter dem Ende der Rückenflosse. Der Bauch bildet zwischen den Bauchflossen und dem After eine Kante. Die sehr stark silberglänzenden und leicht abfallenden Schuppen sind mit deutlichen, aber sehr wenig erhabenen Radien versehen. Der Körper ist von der Seite betrachtet sehr schmal und in der Länge gestreckt, von oben erscheint er schmal und von unten noch schmäler und von den Bauchflossen bis zum Ende der Analis scharfkantig. Der Rücken setzt sich vom Kopf etwas ab und verläuft bis zur Dorsalis in einer äußerst schwachen Kurve, beinahe gerade und ab da senkt er sich nur unbedeutend und verläuft in gerader Linie weiter bis zur Schwanzflosse. Das untere Profil vom Kopf bis zum Ende der Analis ist dagegen ziemlich gebogen. Der Oberkiefer ist kürzer als der Unterkiefer. Die Höhe des Leibes ist meist etwa 5,5 mal in der Gesamtlänge enthalten, die Länge des Kopfes ist 3,5 mal enthalten und entspricht etwa dem Abstand der Augen. Das Maul ist der Größe des Fisches proportioniert und seine seitlichen Ränder steigen schief von hinten und unten sowie nach vorn und oben. Der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer und weist vorn eine Andeutung eines wulstigen Hakens auf, welcher in eine Vertiefung des Oberkiefers paßt. Der Durchmesser des großen Auges ist nahezu gleich der Entfernung desselben von der Schnauzenspitze und 3,5 bis 4 mal in der Länge des Kopfes enthalten. Die Pupille ist beinahe kreisrund. Der äußere membranöse Operkularrand ist stark entwickelt. Die Brustflossen weisen einen konvexen Rand auf und sind länger als die Dorsalis hoch ist und noch länger als die Bauchflossen. Die Bauchflossen weisen ebenfalls einen konvexen Rand auf und sind länger als die Analis hoch ist. Die Rückenflosse, deren Höhe die eigene Länge weit übertrifft, steht weit hinter den Ventrales und das hintere Ende ihrer Insertion fällt noch auf das vordere der Afterflosse. Ihre Entfernung vom Kopf ist schon auf den ersten Blick sehr auffallend als die von der Schwanzflosse. Der obere Rand dieser Flosse erscheint gerade. Die Afterflosse, deren Länge meist die Höhe der Dorsalis übertrifft, weist einen unteren etwas schlangenlinienförmigen oder beinahe geraden Rand auf. Die Schwanzflosse mit einem Ausschnitt und ihr oberer Lappen ist oft kürzer als der untere Lappen. Die Seitenlinie fällt von der Schulter, wo sie über der halben Körperhöhe entspringt, in einem Bogen gegen die Bauchflossen hin ab und steigt in demselben Bogen wieder in die Höhe und verläuft auf dem Schwanz unter der Mittellinie gerade bis zur Caudalis. Sie besteht aus 48 bis 51 Schuppen, deren Erhabenheit vorne stärker markiert ist als hinten und von welchen einige, wo sie mit ihrem Rand auf die Erhabenheit der nächsten Schuppe stossen, einen seichten Ausschnitt zeigen. Nach der Höhe des Leibes zeigen sich über der Seitenlinie 8 Querschuppenreihen, selten 9, unter ihr 4, seltener 3 Schuppenreihen. Die Mittelschuppe ist ungefähr die 28. der Seitenlinie und das untere Ende der Querschuppenreihe fällt auf den Anfang der Afterflosse. Die Schuppen sind sehr zart und dünn, gehen auch sehr leicht ab und sie sind im Verhältnis zur Größe des Fisches groß genug und höher als lang. Die Mittelschuppe bedeckt ein Drittel des Auges. Die Farbe des Rückens ist grün, metallisch glänzend und die Seiten sind von einem reinen Silberglanz, selten mit vereinzelten schwarzen Pígmentflecken. Die Flossen sind ungefärbt und die Iris weist eine silberige Färbung auf, manchmal mit einem gelblichen Anflug, oben ist sie etwas dunkel pigmentiert. Auf jeder Seite finden sich zwei Reihen Schlundkieferzähne. Die äußere Reihe besteht aus fünf lanzettförmigen Zähnen, welche an ihrer Spitze mit einem Haken versehen und beinahe in ihrer ganzen Länge gezahnt ist. In der inneren Reihe befinden sich zwei viel kleinere Zähne. An der oberen Platte läßt sich eine vordere größere, doppelherzförmige, etwas rauhe, mit der Spitze nach vorn gewendete Abteilung und ein hinteres kleineres, rundliches Stück unterscheiden. Obgleich das Skelett dieser Art sehr wenig und ganz unwesentliche Abweichungen von dem seiner Verwandten zeigt, so unterscheidet sich der Fisch doch leicht von den Arten aus der Gattung der Weißfische(Alburnus). Vor allem der Unterkiefer unterscheidet sich merklich durch seine Stärke von dem der anderen Karpfenfische (Cyprinidae) mit Ausnahme der Arten aus der Gattung Aspius. Gegen die Symphyse beider seitlichen Knochen ist der Unterkiefer ein klein wenig aufwärts gebogen und nach unten und vorn verlängert er sich in einen kleinen Höcker. Der Schädel erscheint von oben lang, hauptsächlich wegen des verlängerten Ethmoidalbeins, das zur Bildung der Nasenhöhle einen tiefen halbmondförmigen Ausschnitt an seinen beiden Seiten zeigt. An seinem schmalsten Teil ist er nur halb so breit und an seinem breitesten noch schmäler als lang. Die drei Infraorbitalknochen, welche den Jochbogen bilden, sind außerordentlich schmal und lang gestreckt und der hintere ist viermal so lang als breit. Das Zungenbein ist ein gleichmäßiger langer Stiel. Diese Art ist viel mehr in die Länge gestreckt als die Alandblecke (Alburnoides bipunctatus) und die Zahl der Wirbel ist bei ihm vergrößert, auffallenderweise aber nur die der Rumpfwirbel. Am Rumpf befinden sich 20 bis 22, am Schwanz 22 Wirbel und 15 bis 16 Rippen. Der Radius ist eine sehr breite und dünne Platte. Die Platten beider Seiten legen sich mit ihrer Fläche aneinander. Das Os innominatum (Hüftknochen) ist bis auf die Hälfte gespalten.

Lebensweise: Die Laichzeit fällt in den Monat Mai. Der Ukelei hält sich gern in großen Gesellschaften auf und schwimmt oft an der Wasseroberfläche, wobei er es versteht, wenn ein Barsch (Percoidei) sich unter den Schwarm stürzt, sich außerhalb des Wassers eine Strecke weit fortzuschnellen, um so der Verfolgung des Feindes zu entgehen. Viel häufiger wird der Ukelei durch das Schwimmen an der Wasseroberfläche den Seeschwalben (Sterna) und Möwen (Laridae) zur Beute. Dafür behaften sich aber auch diese Vögel mit dem Eingeweidewurm Echinorhynchus proteus und dem RiemenwurmLigula simplicissima, die in dem Fisch häufig vorkommen und so durch das Verspeisen des Fisches in den Darm jener Vögel (Aves) gelangen. Der Ukelei kommt in allen fließenden und stehenden Gewässern Mitteleuropas sehr häufig vor mit Ausnahme der höher gelegenen Gebirgsseen und Gebirgsbächen.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Ukelei nördlich des Kaukasus, in den Pyrenäen und in den Alpen sowie im Osten des Urals vor. Des Weiteren findet man die Art außerhalb der Iberischen Halbinsel, in der Adria und im Ägäischen Meer mit Ausnahme im Fluss Mariza (Evros). Ferner trifft man die Art in Italien, Irland, Großbritannien (außer im Südosten), Norwegen und in Skandinavien nördlich von 67 ° N, im Kaspischen Meer südlich der Wolga sowie in Spanien, im Schwarzen Meer Russlands und im Irtysch an. Weitere Verbreitungsgebiete sind Andorra, Österreich, Belarus, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Deutschland, Griechenland, Guernsey, Ungarn, Jersey, Kasachstan, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Russische Föderation, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Ukraine und Vereinigtes Königreich. Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Ukelei in offenen Gewässern von großen Seen sowie in mittleren und großen Flüssen. Im Winter bilden sich große Schwärme im Brackwasser und in anderen stillen Gewässern.

Ernährung: Der Ukelei ist außerordentlich gefräßig und auch durch seinen aufwärts über dem Oberkiefer auslaufenden Unterkiefer gleicht er eher einem Raubfisch unter den Karpfenfischen (Cyprinidae). Der Ukelei ist mit dem Rapfen oder Schied (Aspius aspius) nahe verwandt. Der Fisch ernährt sich ausschließlich von animalischen Substanzen und wird der Brut anderer Fischarten gefährlich. Die Art wird während des Herbstes häufig von dem Eingeweidewurm Echinorhynchus proteus und dem RiemenwurmLigula simplicissima befallen, die sich im Darmkanal und sogar im Ovarium (Eierstock) aufhalten.

Fortplanzung: Laut der Roten Liste der IUCN laicht der Ukelei zum ersten Mal mit zwei bis drei Jahren. Die Laichzeit der Art hängt von der Temperatur ab, sie kann schon im Frühjahr beginnen, sich aber auch bis zum Anfang des Sommers verzögern. Für gewöhnlich laicht der Ukelei nur einmal oder zweimal in der Saison. Die Laichzeit findet in den Monaten von Mai bis August statt und gelaicht wird in den frühen Morgenstunden bei Temperaturen von über 15 Grad Celsius, zweimal bis viermal in Abständen von ein bis zwei Wochen. Der Laich wird in flachen Rillen oder an den felsigen Ufern von Seen, gelegentlich über Unterwasservegetation abgesetzt. Nach dem Schlupf halten sich die Larven in der Küstenzone der Flüsse und Seen auf. Als Jugendliche verlassen sie dann den Küstenbereich und ziehen in einen pelagischen Lebensraum. Dort ernähren sich die Jungfische von Plankton, wirbellosen Tieren oder von Insekten (Insecta), die auf der Wasseroberfläche treiben.

Ökologie, Gefährdung und Schutz: Das Fleisch dieser Art wird kaum gegessen, soll aber eine Lieblingsnahrung der Hechte (Esox) und Barsche (Percoidei) sein und wird daher häufig als Köder für diese gebraucht. Im 18. Jahrhundert wurde der sonst wertlose Ukelei sehr stark verfolgt und in ungeheuren Mengen gefangen, um aus dem Silberglanz der Schuppen die sogenannte Essence d'Orient zu gewinnen, welche zur Anfertigung von falschen Perlen verwendet wurde. Zur Auswaschung von 1 Pfund Silberglanz mußten 18.000 bis 20.000 Fische ihr Leben lassen. Die Erfindung, den Glasperlen mit Hilfe des Silberglanzes der Fischschuppen einen den orientalischen Perlen nahe kommenden Glanz zu verleihen, ist vor der Mitte des 18. Jahrhunderts von einem französischen Paternostermacher Namens Jaquin ausgegangen. Die Benutzung des Silberglanzes der Schuppen der Ukelei zur Anfertigung falscher Perlen beruht auf der Eigenschaft der mikroskopischen Silberglanz-Plättchen, die in Ammoniak getaucht keine Veränderungen aufweisen. Mittelst dieser Eigenschaft lassen sich von dem Silberglanz der Fischschuppen die übrigen in Ammoniak löslichen tierischen Substanzen entfernen, so dass auf diese Weise der Silberglanz als Essence d'Orient ganz rein gewonnen werden kann, welche Perlessenz aus nichts anderem besteht als aus den in Ammoniak suspendierten und unverändert glänzenden mikroskopischen kristallinen Plättchen mit schräg abgestutzten Enden. Reaumur war der erste, welcher diese Elementar-Gewebsteile, von denen der Silberglanz der Schuppen dieser Art ausgeht, mikroskopisch untersucht und beschrieben hat. Diese falschen Perlen wurden später Bourguignons genannt, welcher Name sich auf Bourguignon bezieht, der dann im Jahre 1806 zu Paris eine Perl-Fabrik gegründet hat.

Datei:Ukelei.jpg

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