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Schneeleopard
Namen
Deutsch: Schneeleopard, Irbis
Wissenschaftlich: Panthera uncia
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
Gattung: Eigentliche Großkatzen (Panthera)
Art: Schneeleopard (Panthera uncia)
Merkmale
Größe: Schulterhöhe ca. 60cm
Länge: ca. 120cm
Gewicht: 25kg - 75kg
Schwanzlänge: ca. 90cm
Allgemeines
Lebensraum: im Hochgebirge (bis zu 6000m hoch) in Felsgebieten, Gebirgssteppen, Buschland, lichten Nadelwäldern
Ernährung: Fleischfresser, Pflanzenfresser
Netürliche Feinde: Wolf, Leopard
Lebenserwartung: 21 Jahre (in Gefangenschaft)
Gefährdung
Gefährdungskategorie: EN
Unterarten
Panthera uncia schneideri, Panthera uncia uncoides, Panthera uncia uncia
Der Schneeleopard oder Irbis (wissenschaftlicher Name: Panthera uncia) ist eine Großkatze, die in den Hochgebirgen Asiens vorkommt. Er hat langes, graues, getupftes Fell, einen sehr langen Schwanz, mit dem er beim Springen und Klettern im Gebirge das Gleichgewicht hält, und eine relativ kurze Schnauze. Im Unterschied zu anderen Großkatzen kann er nicht brüllen.

AussehenBearbeiten

MaßeBearbeiten

Der Schneeleopard wirkt in seinem dicken Fell sehr massig, ist jedoch kleiner und leichter als ein durchschnittlicher Leopard. Von Kopf zum Schwanzansatz misst er ungefähr 90 bis 130cm, hinzu kommem etwa 90cm Schwanzlänge, während die Schulterhöhe um die 60cm beträgt. Der Schneeleopard wiegt zwischen 25 und 75kg. Männchen wiegen durchschnittlich 45 bis 55kg und sind somit deutlich schwerer als die Weibchen, die meistens zwischen 35 und 40kg wiegen.

KörperBearbeiten

Der dicht behaarte Schwanz des Schneeleoparden ist sehr lang und misst mehr als drei Viertel der Kopf-Rumpf-Länge, mit ihm hält dr Schneeleopard beim Springen das Gleichgewicht. Der Schneeleopard bewegt sich äußerst sicher in schwierigem Gelände und kann sehr gut und weit springen, angeblich bis zu 15m weit. Beim Ruhen dient der Schwanz als Kälteschutz, indem der Schneeleopard sich darin einrollt und das Ende über die Nase schlägt.

Der Kopf des Schneeleoparden ist relativ klein und die Schnauze ist sehr kurz. Die Pfoten sind sehr groß, mit ihnen kann der Schneeleopard besser im und auf dem Schnee laufen. Sie sind an den Sohlen mit einem Haarpolster bedeckt, das die Oberfläche zusätzlich vergrößert und so zur besseren Verteilung des Körpergewichtes beiträgt. Das verringert ein Einsinken in Schneefeldern, auch sind die Fußsohlen dadurch besser vor Kälte geschützt.

Datei:Irbis (1).png

FellBearbeiten

Die Grundfarbe des Schneeleopardfells ist ein helles Grau, das im Kontrast zu den schwarzen Flecken fast weiß aussehen kann. Die Färbung reicht von blassgrau bis cremefarben oder rauchgrau. Die Unterseite ist heller als der Rest des Fells. Die dunkelbraunen bis schwarzen Flecken auf Rücken, Flanken und Schwanz haben eine Form, die Ringen ähnlich ist. Das Innere dieser Ringe ist etwas dunkler. An Kopf, Hals und Gliedmaßen wird das Fell nicht durch Ringe, sondern durch Tupfen verziert. Das Fell ist zum Schutz vor extremer Kälte sehr dicht. Das Sommerfell ist sehr viel kürzer als das dichte Winterfell, das am Bauch bis zu 12cm lang wird.

Rufe und LautäußerungenBearbeiten

Der Schneeleopard ist nicht im Stande zu brüllen, ist aber stattdessen die einzige Großkatze, die schnurren kann. Der Paarungsruf ist ein langgezogenes Heulen.

Verbreitung und LebensraumBearbeiten

VerbreitungBearbeiten

Der Schneeleopard bewohnt die Hochgebirge Zentralasiens. Im Himalaya ist er ebenso zu Hause wie im Hindukusch, Pamir, Kunlun, Tianshan, Altai und benachbarten Gebirgszügen. Die nördlichsten Vorkommen liegen im Gebiet des Baikalsees, im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis Osttibet, im Süden bildet der Himalaya die Verbreitungsgrenze und im Westen der Hindukusch. Der größte Teil des Verbreitungsgebietes liegt in Tibet und anderen Teilen der Volksrepublik China. Er kommt in Afghanistan, Bhutan, China, Indien, Mongolei, Nepal, Pakistan, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan vor.

LebensraumBearbeiten

Den Schneeleoparden findet man im Gebirge in verschiedenen Lebensräumen wie Felsgebieten, Gebirgssteppen, Buschland und lichten Nadelwäldern. Dichte Wälder dagegen meidet er. Im Sommer hält er sich bevorzugt oberhalb der Baumgrenze auf Bergwiesen und in felsigen Regionen auf, wobei er im Himalaya in Höhen von bis zu 6000m aufsteigt. Selbst im Winter, wenn der Schneeleopard seinen Beutetieren in niedrigere Lagen folgt, findet man ihn in dieser Region kaum unterhalb von 2000 bis 2500 Meter, im Sommer hält er sich meistens sogar oberhalb von 4000 bis 4500 Meter auf. Im Pamirgebirge findet man seine Spuren selbst im Winter auf 4500 bis 5000 Meter. Dabei bewegt er sich aber normalerweise auf Gebirgsgraten, die der Wind von einer dickeren Schneedecke befreit hat. Vor allem in den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebietes findet man den Schneeleoparden auch in weitaus geringeren Höhenlagen. Nur selten werden Schneeleoparden weitab von Gebirgen gesichtet. Generell bevorzugt der Schneeleopard überall felsige und steile Gebiete. In der Südwest-Mongolei werden beispielsweise zerklüftete Bereiche und steilere Hänge bevorzugt, während weniger zerklüftete und eher hügelige Geländeformationen seltener aufgesucht werden.

Nahrung und JagdweiseBearbeiten

Datei:Irbis Fressend.png

NahrungBearbeiten

Zu den wichtigsten Beutetieren des Schneeleoparden gehören je nach Region Blauschafe, Argalis, Steppenschafe, Steinböcke, Schraubenziegen, Tahre, Murmeltiere, Pfeifhasen und verschiedene Vögel. In einigen Gebieten zählen auch Arten, die nicht explizit mit Hochgebirgslebensräumen assoziiert sind, zu den Beutetieren, etwa Halbesel, Moschustiere, Wildschweine, Hirsche und Gazellen. Schneeleoparden reißen auch Haustiere wie Schafe, Ziegen, Yaks, Rinder, Esel und Pferde. Offenbar scheint der Schneeleopard mit Vorliebe auch bestimmte Pflanzen zu fressen, darunter vor allem Zweige von Rispelsträuchern und Tamarisken.

JagdweiseBearbeiten

Der Schneeleopard ist ein Einzelgänger und jagt alleine. Auf der Jagd wandert der Schneeleopard häufig über Gebirgsgrate und folgt Flussläufen oder den Wanderrouten seiner Beute. Ansonsten lauert er ihr aus einem Hinterhalt an Wildwechseln, Salzlecken oder Wasserstellen auf. Sobald er potentielle Beutetiere ausgemacht hat, versucht er den Abstand zwischen sich und seinem Opfer auf wenige zehn Meter zu reduzieren. Oft werden erhöhte Felsen als Ansitz genutzt, so dass er seine Opfer von oben überraschen kann. Ansonsten sucht er beim Anschleichen Deckung zwischen Felsen und Geröll. Der Angriff erfolgt in großen, langen Sätzen, wird aber häufig nach wenigen Sätzen erfolglos abgebrochen. Die Verfolgung kann sich aber auch über 200 bis 300 Meter einen Hang hinab erstrecken. Wenn das Opfer erreicht ist, wird es niedergerissen, mit den Vorderbeinen zu Boden gedrückt und meist durch einen Biss in Kehle oder Hals getötet. Um die Beute vor Geiern und Krähen zu verbergen, schleift der Schneeleopard sie meist in ein Versteck, etwa unter Felsen oder Büsche. Die Katze hält sich häufig einige Tage in der Nähe eines größeren Risses auf und kehrt dabei immer wieder zur Beute zurück. Oft werden die Reste der Mahlzeit aber auch von anderen Räubern, wie Wölfen oder Bären verzehrt.

Lebensweise und FortpflanzungBearbeiten

Lebensweise und TerritorialverhaltenBearbeiten

Der Schneeleopard ist ei Einzelgänger, der in Territorien lebt. Die Größe des Streifgebietes richtet sich nach der Anzahl der verfügbaren Beutetiere. Da die Beutetiere im Hochgebirge meist nur in sehr geringen Populationsdichten vorkommen, nutzen Schneeleoparden in vielen Regionen große Flächen. Ein Revier umfasst in einem guten Jagdgebiet 20 bis 40km² und in beutearmen Regionen wie der Mongolei bis zu 1000km². Die Territorien von Männchen und Weibchen überlappen einander oft. In der Regel halten mehrere Schneeleoparden immer mindestens 2km Abstand zueinander. An den Reviergrenzen wird nicht patrouilliert, die meiste Zeit verbringt der Schneeleopard in der Mitte seines Territoriums. An häufig begangenen Wegen markiert der Schneeleopard sein Revier mit Kratzspuren, Kot und einem Duftsekret. Meist hält er sich etwa sieben bis zehn Tage in einem begrenzten Gebiet auf, um dann in einen anderen Teil des Reviers zu wechseln. Der Schneeleopard ist zwar nachtaktiv, ist jedoch auch oft am Tage und vor allem in der Dämmerung aktiv. Als Unterschlupf sucht er häufig in Grotten oder Felshöhlen Schutz, deren Boden nach einer gewissen Zeit mit einer dicken Schicht aus Haaren gepolstert ist.

Datei:Irbis mit Jungen.png

FortpflanzungBearbeiten

Schneeleoparden sind Einzelgänger und kommen nur zur Paarungszeit zwischen Januar und März zusammen. Dabei setzen die Tiere vermehrt Duftmarken und stoßen Paarungsrufe, ein langgezogenes Heulen, aus. Die Paarungen finden in einer kurzen Zeitspanne von drei bis sechs Tagen statt. Ein Geschlechtsakt dauert dabei 15 bis 45 Sekunden.

Die Jungen werden nach einer Tragzeit von 94 bis 103 Tagen geboren. Im Wurf befinden sich ein bis fünf, meist zwei oder drei Junge, die zwischen April und Juni, in der Wildnis meist im Schutz einer Felshöhle, zur Welt kommen. Die Jungen sind bei der Geburt sehr dunkel behaart, blind und wiegen etwa 450 Gramm. Nach etwa sieben Tagen öffnen sie die Augen, und nach etwa zwei Monaten nehmen sie erstmals feste Nahrung zu sich. Sie bleiben 18 bis 22 Monate bei der Mutter, wodurch zwischen zwei Würfen mindestens zwei Jahre liegen. Im Alter von zwei bis vier Monaten beginnen die Jungen, ihre Mutter auf die Jagd zu begleiten. Schneeleoparden sind mit etwa zwei bis drei Jahren geschlechtsreif, vermehren sich allerdings selten vor dem vierten Lebensjahr.

Natürliche FeindeBearbeiten

KonkurrentenBearbeiten

Der wichtigste natürliche Feind und gleichzeitig größter Konkurrent ist der Wolf, in den südlichen Teilen des Verbreitungsgebietes ist darüber hinaus auch der Leopard ein großer Konkurrent.

Krankheiten und ParasitenBearbeiten

Wie stark Schneeleoparden in freier Wildbahn unter Krankheiten und Parasiten leiden, ist nicht genau untersucht. Fälle von Tollwut wurden bekannt. In Gefangenschaft sterben Jungtiere häufig an Magen-Darm-Entzündungen, in einem Zoo in Japan wurde aber auch ein Herzwurm nachgewiesen.

Datei:Irbis Sprung.png

Gefährdung und BestandBearbeiten

Schätzungen gehen von insgesamt 4000 bis 6600 wild lebenden Schneeleoparden aus, die sich auf eine Fläche von 1.800.000km² verteilen. Davon gelten 550.000km² als sehr guter Lebensraum. Das Verbreitungsgebiet wird auf 3.000.000km² geschätzt.

Die illegale Pelzjagd hat die Bestände dieser Raubkatze erheblich reduziert. Auch die Knochen des Schneeleoparden sind in der Traditionellen Chinesischen Medizin begehrt und erzielen hohe Preise. Außerdem wird er verfolgt, weil er gelegentlich Haustiere schlägt. In allen Staaten seines Verbreitungsgebiets steht der Schneeleopard unter Schutz, doch Wilderei ist ein Problem, das ihn weiter gefährdet. Die Bejagung seiner natürlichen Beutetiere durch den Menschen stellt ebenfalls eine ernste Bedrohung für die Katze dar. Gerade in den Grenzregionen sind Schneeleoparden durch Wilderei und den Mangel an Beutetieren bedroht. In weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes ist der Schneeleopard heute sehr selten geworden. Eine große Gefahr für den Schneeleoparden liegt auch darin, dass er bei den Viehzüchtern seiner Heimatregionen als Viehdieb ungeliebt ist und vielerorts auch verfolgt wird. Besonders in Gebieten mit niedrigen Beständen an natürlichen Beutetieren greift der Schneeleopard häufig auf Haustiere als Nahrungsgrundlage zurück. Daher sind der Schutz von wilden Huftieren und Ausgleichszahlungen für geschädigte Viehzüchter entscheidend für den Erhalt des Schneeleoparden. Die IUCN führt die Art als stark gefährdet.

LandBestandsgröße
Afghanistan< 100
Bhutan100 - 200
China2000 - 2500
Indien200 - 600
Mongolei500 - 1000
Nepal300 - 400
Pakistan200 - 420
Russland150 - 200
Kasachstanca. 200
Kirgisistan> 200
Tadschikistan180 - 220
Usbekistan20 - 50

UnterartenBearbeiten

Es werden drei Unterarten des Schneeleoparden beschrieben.

SonstigesBearbeiten

  • Der Schneeleopard ist das Tier, das am weitesten springen kann. Der Rekord liegt derzeit bei 15 Metern Weite!

QuellenBearbeiten

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „{{{1}}}“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom {{{2}}} [{{{3}}} (Permanentlink)] und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


  • [1] - Planet Wissen.de


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