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Schnabeltier
Schnabeltier

Ornithorhynchus anatinus

Systematik
Klasse Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Ursäuger (Protheria)
Ordnung Kloakentiere (Monotremata)
Familie Schnabeltiere (Ornithorhynchidae)
Gattung Ornithorhynchus
Art Schnabeltier
Zeitraum
Vor ca. 100 Tausend Jahren
Allgemeines
Verbreitung: Ostaustralien, Kap York, Tasmanien
Lebenserwartung: 5-8 in freier Natur
15-17 in Gefangenschaft
Lebensraum: Flüsse, Teiche, Sümpfe
Größe: 30 - 45 cm
Schwanzlänge: 10 - 15 cm
Ernährung: Fleischfresser
Gefährdung: Near Threatened

Das Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) ist der einzige bekannte Vertreter in der Familie der Schnabeltiere.

Es ist nach seinem auffälligen, platten Schnabel benannt.

Aussehen

Auf den ersten Blick ähnelt das Schnabeltier dem Bieber und dem Fischotter. Sein ganzer Körper ist mit dichtem, dunkelbraunem Fell bedeckt welches das Wasser abweist. Es hat kräftige Beine die in Füßen mit jeweils fünf starken Krallen enden. Während die Schwimmhäute an den Hinterfüßen sich zwischen den Zehen spannen, sind sie an den Vorderfüßen wesentlich größer und ragen beim schwimmen über die Zehen hinaus. Läuft das Schnabeltier an land zieht es diese zurück. An den Hinterbeinen weisen die Männlichen Tiere einen spitzen, hohlen Hornstachel auf der sich leicht einwärts dreht. Dieser ist mit einer Drüse am Oberschenkel verbunden und gibt bei Berührung ein giftiges Sekret ab. Die Weiblichen Tiere weisen nur verkümmerte Reste dieses Drüsensystems auf. Das Schnabeltier besitzt keine Ohrmuscheln, kann aber hervorragend hören. Die kleinen Augen sind mit einer Nickhaut versehen die sie vor wasser schützt. Der so charakteristische Schnabel des Tieres ist ein plattes, elastisches Horngebilde mit scharfen Kanten und besitzt im Erwachsenenalter keine Zähne. Er hat viele feine Tastkörperchen welche dem Schnabeltier bei der Nahrungssuche helfen. Außerdem besitzt er an den Rändern Querfurchen wodurch das Tier Schlammwasser ausseihen und dadurch kleinste Nahrungspartikel herausfiltern kann. Sein ganzer Körper ist von einem Hautmuskelschlauch umgeben, wodurch sie sich fast komplett zusammenrollen können. Da Schnabeltiere eine schwankende Körpertemparatur zwischen 28 und 35°C haben wird dieses zusammenrollen genutzt um die Körperwärme zu behalten.

Lebensweise

Verhalten

Schnabeltiere sind hauptsächlich während der Morgen- und Abenddämmerung für etwa eine Stunde aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Mit den kräftigen Vorderbeinen paddelt es durchs Wasser, während es mit den Hinterbeinen und dem Schwanz steuert. Wenn Gefahr droht taucht das Schnabeltier bis zu 10 Minuten unter. Meist begiebt es sich dabei sofort zudem unter Wasser liegenden Eingang seiner Erdbaus und sucht darin Schutz. Während des Tauchvorgangs sind Augen und Ohren durch Hautfalten verschlossen, es orientiert sich hautpsächlich über die Tastkörperchen an seinem Schnabel.

Schnabeltiere sind sehr Reviertreu und verlassen ihr zu Hause nur in äußersten Notfällen. Es ist unklar, ob Schnabeltiere eher Einzeln oder Paarweise zusammen leben, da man beide Fälle sehr oft antrifft. Es wohnt in Erdbauten, welche es mit seinen Krallen an steilen Ufern von Gewässern gräbt. Der Eingang befindet sich stets unterwasser und führt zu einer hoch gelegenen Wohnhöhle, welche auch bei Hochwasser für gewöhnlich nicht geflutet wird. An land befindet sich ein zweiter Ausgang, welcher jedoch nur im Notfall genutzt wird und eher der Belüftung dient.

Die Weibchen verfallen zwischen Juni und Juli in ub eine Art Winterschlaf, bei dem sich die Körpertemparatur sogar oft der Umgebungstemparatur anpasst. Sie unterbrechen diesen nur alle vier Tage zur Nahrungsaufnahme.

Alle Sinne des Schnabeltiers sind gut entwickelt, allerdings hat sich herausgestellt das es ein sehr eingeschränktes Riechvermögen hat.

Ernährung

Das Schnabeltier ist ein Fleischfresser der sich hauptsächlich von Würmern, Schnecken und Schalentieren ernährt. Schalen werden zwischen den harten Hornplatten des Schnabels mit leichtigkeit geknackt und selbst kleinste Schnecken können mit dem Schnabel ausgeseiht werden. Zunächst begibt sichd as Schnabeltier im Wasser auf Nahrungssuche und speichert die ergründelte Beute in geräumigen Backentaschen. Sind diese gefüllt, lässt sich das Schnabeltier an der Wasseroberfläche treiben und zerquetscht seine Beute Stück für Stück mit dem Schnabel, ehe es diese hinunterschlucht. Diese gelangt schließlich in den sehr einfach gebauten Magen, der eher einem Vogelkropf ähnelt. Da dem Schnabeltier dort jegliche Verdauungsdrüsen fehlen, dient dieser nur als Speicherorgan, die eigentliche Verdauung findet im Darm stadt. Bei der Nahrungsaufnahme verschluckte Pflanzenteile, Algen udn Sand werden unveraut wieder ausgeschieden, da das Schnabeltier Pflanzliche Nahrung kaum verwerten kann und seine Organe auf tierische Nahrung spezialisiert sind, wie man an seiner großen Gallenblase und der mehrlappigen Leber erkennen kann. Trotz seines durchschnuttsgewichts von 1,5 Kilogramm benötigt das Schnabeltier täglich fast 1 Kilogramm Futter.

Fortpflanzung

Forscher sind sich nicht einig, ob der Giftsporn des Männchens beid er Paarung eine Rolle spielt. Es wird vermutet, dass dieses Organ in gewisser Weise der Erregung des Weibchens dient. Ist das Weibchen trächtig, sondert es sich vom Männchen ab und beginnt einen etwa 1 Meter tiefen Brutkessel auszuheben. Dieser wird mit Pflanzenteilen, hauptsächlich Eukalyptusblättern, ausgepolstert. Etwa 30 Tage nach der im August stadtfindenden Paarung legt das Weibchen 1-3 Eier im Brutkessel ab. Die Eier ähneln denen der Reptilien sehr und haben eine pergamentartige Schahle ohne Kalkkruste. Das Muttertier bebrütet die 1,8 cm langen und 1,5 cm breiten Eier 10 Tage lang. Dabei verlässt es den Brutkessel nicht und nimmt auch keine Nahrung zu sich. Schließlich brechen die Jungen mit ihrem Eizahn durch die Schale, dabei sind sie kaum mehr als unterentwickelte Embryonen. Nach 50 Tagen erreichen sie eine gesammtlänge von 6 cm und nach 80 Tagen öffnen sie die Augen. Das Muttertier besitzt an der Unterseite zwei Drüsenfelder die eine milchähnliche Flüssigkeit absondern. Da keine Zitzen vorhanden sind, wird die Flüssigkeit von den Jungen aus dem Fell geleckt. Im alter von 4 Monaten verlassen die jungen Schnabeltiere, die etwa halb so groß wie die Elterntiere sind, die Bruthöhle. Sie sind dann vollausgewachsen und behaart. Bereits in der darauffolgenden Paarungssaison im August sind die Jungtiere geschlechtsreif und können sich paaren.

Verbreitung und Lebensraum

Schnabeltiere wohnen im Süßwasser. Sie bevölkern Flüsse, Teiche und Sümpfe in Ostaustralien, dem Kap York und Tasmanien. Zudem wurden sie auf der Känguru-Insel angesiedelt.

Gefahren

Fressfeinde und Konkurrenten

Das Schnabeltier ist das Beutetier einiger anderer Raubtiere wie dem Buntwaran, den Rautenphytons und großen Greifvögeln. Auch eingeschleppte Raubtiere wie Füchse und Katzen machen gelegentlich jagd auf es. Ihre Jungen werden oft von der Goldbauch-Schwimmratte bedroht, welche in den Brutkessel eindringt und diese frisst.

Bedrohung

Ihr dichtes, weiches Fell wird zu hohen Preisen gehandelt, weswegen sie im 20. Jahrhundert stark bejagt wurden. Außerdem wurden sie von Siedlern aus ihren Revieren verdrängt. Inzwischen sind sie jedoch vollständig geschützt und ihr Bestand erholt sich.

Systematik

In manchen Literaturen ist von vier Unterarten die Rede, welche jedoch nie beim Namen genannt oder näher beschrieben werden.

Gallerie

Folgt

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