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Der Karibik-Manati erreicht eine Körperlänge von 250 bis 450 Zentimeter sowie ein Gewicht von 200 bis 600 Kilogramm. Durchschnittlich erreichen die Tiere allerdings nur eine Länge von 350 bis 400 Zentimeter und ein Gewicht von gut 500 Kilohramm. Größere Exemplare sind relativ selten. Männchen bleiben etwas kleiner und leichter als Weibchen. Die sehr dicke Haut ist gräulich bis graubraun oder bräunlich gefärbt. Jungtiere sind in der Regel etwas dunkler gefärbt. Der Kopf ist massig und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Im Laufe der Evolution haben sich aus den Vorderbeinen kleine Flossen entwickelt. Die Schwanzflosse ist anders als bei den Dugongs nicht gegabelt sondern gerundet. Der Kopf und das Rostrum sind vor allem durch eine sehr große, gespaltene Oberlippe geprägt mit denen Karibik-Manatis am Gewässerboden grasen. Die äußeren Kanten der Oberlippe sind mit groben Borsten bedeckt. Das Maul ist insgesamt nach unten gerichtet. Die hinteren Prämolaren und Molaren weisen einen runden Querschnitt auf und sind ohne Zahnschmelz. Im vorderen Teil des Gaumens zeigen sich verknöcherte Hornplatten. Bei dieser Kopf-Maul-Konstruktion erstaunt es nicht, dass kein Nasenbein vorhanden ist. Die Augen liegen oberhalb der Nasenlöcher, weit hinten am Kopf und sind sehr klein. Der Magen der Karibik-Manatis besteht trotz der pflanzlichen Nahrung nur aus einer Kammer. Daran anschließend folgen der Zwölffingerdarm und der sehr lange Darm, in dem auch die eigentliche Verdauung stattfindet.

Karibik-Manatis leben in kleinen Gruppen, paarweise oder auch einzelgängerisch. Eher selten sind sie in größeren Gruppen anzutreffen. Meist weisen die Gruppen eine Stärke von fünf bis acht oder zehn Tieren auf. Aber abgesehen von einer starken Bindung zwischen den Kühen und ihren Kälbern gibt es innerhalb der Gruppen keine sonderlich soziale oder starke Bindung. Noch nicht geschlechtsreife Männchen leben meist in Junggesellenherden. Karibik-Manatis leben im Flachwasser der Küstengebiete, in küstennahen Flussläufen und überfluteten Mangrovenwäldern. Die übliche Wassertiefe, in der sie sich bewegen, liegt bei bis zu fünf Metern. Karibik-Manatis sind sesshafte Tiere, die kaum umherwandern. Auch jahreszeitliche Migrationen sind ihnen unbekannt. Kleine Wanderungen werden nur gezeitenabhängig und bei der Nahrungssuche unternommen. Karibik-Manatis sind tagaktiv und schlafen nachts an der Wasseroberfläche. Die Tauchgänge der Karibik-Manatis beschränken sich auf kurze Tauchzeiten von allenfalls fünf Minuten. Sie bewegen sich nur langsam fort und benutzen den Schwanz als Antriebsorgan. Die durchschnittliche Geschwindigkeit im Wasser beträgt acht bis zehn km/h. Nur auf der Flucht können sie auch deutlich schneller schwimmen. Außer dem Menschen haben Karibik-Manatis keine natürlichen Feinde.

Der Karibik-Manati ist in der Karibik, an den Küsten der USA, an den Küsten Mittelamerikas und im Norden und im Nordosten Südamerikas weit verbreitet. Die nördlichen Populationen an den Ostküsten der USA wandern stellenweise bis nach Florida, wo sich die amerikanischen Populationen konzentrieren. Karibik-Manatis leben an den Küsten, in Flüssen, deren Altarme und in überschwemmte Mangrovenwälder. Sie können also in Salz-, Brack- und Süßwasser leben. Aufgrund der tropischen Lebensräume ist ihre Fettschicht nicht stark ausgeprägt. Daher vertragen sie kalte Gewässer nicht und sind nur in tropischen und teils subtropischen Gewässern anzutreffen. Karibik-Manatis leben in durchschnittlichen Wassertiefen von drei bis sechs Metern. Sie sind aber auch schon in nur einem Meter tiefen Wasser gesichtet worden.

Der Karibik-Manati ernährt sich hauptsächlich von Seegras, das sie mit ihrer nach unten gerichteten Schnauze vom Gewässergrund abweiden. Mit der großen Oberlippe greifen die Tiere die Gräser und schneiden sie ab. Aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes müssen Karibik-Manati bis zu acht Stunden am Tage fressen. Dabei nehmen sie täglich rund zehn Prozent ihres Körpergewichtes an Nahrung zu sich. Dies kann bei ausgewachsenen Tieren zwischen 60 und 110 Kilogramm sein. Die Backenzähne zermalen die Nahrung und wachsen ein Leben lang nach. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere am Tage. Sie richten sich dabei nach den Gezeiten.

Je nach Geschlecht erreicht der Karibik-Manati die Geschlechtsreife zu unterschiedlichen Zeiten. Weibchen sind meist mit fünf Jahren Geschlechtsreif. Männchen erreichen die Geschlechtsreife meist erst mit rund zehn, gelegentlich auch erst mit zwölf bis fünfzehn Jahren. Während der Paarungszeit kommt es unter den Bullen zu harmlosen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. In den tropischen Gewässern erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Eine Kuh bringt nur alle drei bis fünf Jahre ein Kalb zur Welt und stellt eine sehr niedrige Reproduktionsrate dar. Nach einer Tragezeit von 380 bis 420 Tagen bringt eine Kuh ein Kalb zur Welt. Zwillingsgeburten sind sehr selten, sind aber bereits dokumentiert. Das Kalb weist eine Länge von 120 bis 140 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 30 Kilogramm auf.

Unmittelbar nach der Geburt drückt die Mutter ihr Junges an die Wasseroberfläche, damit es atmen kann. Die Zitzen liegen unterhalb der Brustflossen. Das Jungtier reitet meist auf dem Rücken der Mutter. Ab dem dritten oder vierten Lebensmonat nehmen die Jungtiere zusätzlich zur Muttermilch auch schon feste Nahrung zu sich. Die Säugezeit erstreckt sich in der Regel über maximal 18 Monate. Der Säugevorgang erfolgt unter Wasser. Die enge Bindung zwischen Kuh und Kalb ist die einzige soziale Bindung die Karibik-Manatis kennen. Ein Kalb bleibt meist zwei Jahre bei der Mutter. Die Lebenserwartung liegt bei rund 50 bis 60 Jahren.

Karibik-Manatis gehören heute zu den gefährdeten Tierarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet geführt (VU, vulnerable). In den USA stehen Karibik-Manatis bereits seit über 100 Jahren unter strengem Schutz. In einigen Gebieten der USA steht auch ihr Lebensraum unter Schutz. Trotz der Schutzmaßnamen nehmen die Bestände immer weiter ab. Mit ein Grund dafür ist die sehr niedrige Reproduktionsrate. Eine Kuh bringt nur alle drei bis fünf Jahre ein Kalb zu Welt. Karibik-Manatis haben keine natürlichen Feinde. Einzig und alleine der Mensch bedroht diese einzigartigen Tiere.

Die meisten Todesfälle geschehen bei Zusammenstößen mit Booten, insbesondere mit Motorbooten, die den Karibik-Manatis mit den Motorschrauben den Rücken aufschlitzen. Dies geschieht sehr oft, da sich die Tiere in der Regel unmittelbar unter der Wasseroberfläche aufhalten. Tiere, die einen Zusammenstoß überleben, sind zeitlebens durch tiefe Wunden gekennzeichnet. Ein weiterer Gefährdungspunkt sind Fischernetze, in denen sich die Tiere verfangen können und so qualvoll ertrinken. Auch die Verunreinigung der Gewässer mit der einhergehenden Nahrungsknappheit bedrohen die Tiere zusehens. In weiten Verbreitungsgebieten werden Abwässer ungeklärt in Flüsse oder ins Meer eingeleitet. Die Giftstoffe landen am Ende über die Nahrung auch in die Tiere und setzen sich im Gewebe ab, insbesondere in der Leber und schädigen die Tiere nachhaltig.

In den USA ist die Jagd auf Karibik-Manatis verboten. Jedoch werden die Tiere in anderen Gebieten kommerziell gejagt - auch heute noch. Die Schutzgesetze sind zum Teil eine Farce, da Wilderer ungehemmt Jagd auf die Tiere machen. Strafen bleiben zumeist aus. Dies trifft auf weite Teile Mittelamerikas, Venezuelas und auch auf Brasilien zu. Verwertet werden Haut, Fleisch, Öl, Knochen und Zähne.

Datei:Karibik-Manati.jpg