FANDOM


Info: Der Glatte Krallenfrosch (Xenopus laevis), auch unter dem Synonym Bufo laevis und unter den weiteren Bezeichnungen Afrikanischer KrallenfroschApothekerfrosch und nur Krallenfrosch bekannt, zählt innerhalb der Familie der [1]Zungenlosen (Pipidae) zur Gattung der Krallenfrösche (Xenopus). Im Englischen wird der Glatte Krallenfrosch african clawed frogclawed toadcommon clawed frogcommon clawed toadcommon platanna oder platanna genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße:

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 10,0 Zentimeter und das Weibchen eine Körperlänge von etwa 15,0 Zentimeter. Der Kopf ist stark komprimiert und oval geformt. Der Gaumen ist zahnlos. Der vordere Schnauzenrand ist bei jungen Individuen etwas zugespitzt, während bei älteren Individuen der vordere Schnauzenrand mehr gerundet ist. Unter der Kopfhaut befindet sich verborgen das Tympanum (Membran des Hörorgans). Am unteren Augenrand zeigt sich ein röhrchenähnlicher Anhang. Der Vorsprung des ersten kahnförmigen Knochens ist mäßig entwickelt, ohne nagelähnlichen schwarzen Hornüberzug. Ferner sind keine Parotiden (paarige Wülste hinter den Augen) vorhanden. Die Finger sind zugespitzt und frei. Die Zehen sind ebenfalls zugespitzt und mit einer weiten Schwimmhaut versehen. Die drei ersten Zehen sind mit hornigen, zugespitzten Nägeln versehen. 

Man nahm bisher an, dass der Glatte Krallenfrosch keinen häutigen tubusähnlichen Anhang am unteren Augenrand und keinen tuberkelförmigen Vorsprung am Metatarsus (Mittelfuß) besitzt und sich hierdurch vom Müllers Krallenfrosch (Xenopus muelleri) unterscheidet. Jedoch fand man bei mehreren untersuchten Exemplaren sowohl ein Augententakel als auch einen deutlich entwickelten Vorsprung unter der Basis der ersten Zehe, der bei den Weibchen, die mit Anusklappen versehen sind, fast durchgängig etwas stärker ausgebildet ist als bei den Männchen, und nicht die geringste Spur eines hornigen, stachelförmigen Überzugs zeigt. Einer der Unterschiede zwischen dem Glatten Krallenfrosch und dem Müllers Krallenfrosch(Xenopus muelleri) besteht im Mangel oder im Vorhandensein eines hornigen Überzuges am Hakenvorsprung. Ebenso dürfte vielleicht auch die Abweichungen in der Körperform und Größe der Augen zu finden sein. Die Oberseite des Kopfes beimMüllers Krallenfrosch (Xenopus muelleri) ist mehr gewölbt, die Schnauze bedeutend stärker ausgebildet und in einem weiten Bogen abgerundet, die Augen auffallend kleiner und auch die Hornstacheln an den drei ersten Zehen schmäler und mehr zugespitzt als beim Glatten Krallenfrosch. 

Die Kopfform ist beim Glatten Krallenfrosch je nach Alter verschieden. Bei jungen Individuen ist die Kopfform in der Regel stark in die Länge gezogen und die Schnauze ziemlich zugespitzt, während bei älteren Individuen die Kopfform mehr abgerundet und die Schnauze mäßig abgerundet ist. Die Körperzeichnung kann je nach Verbreitungsgebiet variieren. Bei einigen Individuen läuft über die Mittellinie des Rückens ein heller Längsstreif, der von zwei paarigen braunen Binden umgeben ist. Die innere Binde ist breit, deutlich ausgeprägt, am Rand dunkler gefärbt als in der Mitte und leicht schwärzlich punktiert. Von dieser Binde hebt sich in der Steissgegend ein großer rundlicher Fleck ab. Die äußere Binde liegt zum Teil an den Seiten des Rumpfes und ist nur schwach entwickelt. Bei anderen Individuen ist der Rücken mit dunkelbraunen, zarten Marmorierungen eines weitmaschigen Netzes überzogen und dann gibt es noch Individuen, bei denen kaum eine Marmorierung sichtbar ist und sich dafür eine hellere bräunlich-graue Grundfärbung bis auf einige wenige runde Flecken zeigt.

Lebensweise:

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Verbreitung dieser Art nach der Trennung der ehemaligen Unterart Xenopus laevis victorianus von Xenopus laevis unklar. Man ist davon ausgegangen, dass Xenopus laevis aus dem südlichen Angola, aus Sambia, Malawi und Mosambik (einschließlich Simbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho und Swaziland) stammt und das die Unterart Xenopus laevis sudanensis in Nigeria, Kamerun, in der Zentralafrikanischen Republik und in der Demokratischen Republik Kongo westlich von 28 ° Ost vorkommt. Vorkommen aus Tansania, Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Sudan und der Demokratischen Republik Kongo östlich von 28 ° Ost beziehen sich auf die Art Xenopus victorianus. Des Weiteren findet sich noch eine isolierte Art in Gabun (M. Beier pers. comm. Januar 2006).

Der Glatte Krallenfrosch ist in mehreren Orten außerhalb seines heimischen Bereiches eingeführt worden, darunter die USA, wo er zuerst in den 1930er und 1940er Jahren für den Laboreinsatz und später als ein Aquarium-Frosch eingeführt wurde, darunter zählen unter anderem Kalifornien (San Diego, Orange, Riverside, Los Angeles, Ventura und Imperial Counties) sowie Arizona (Tucson-Bereich) (Stebbins 1985, Lafferty ad Page 1997). In Colorado ist der Glattte Krallenfrosch nicht präsent. In den 1970er Jahren wurde der Glatte Krallenfrosch in Zentral-Chile, Valparaiso bis Concepción Provinces sowie in Süd-Wales eingeführt. Auf Isle of Wight ist der Glatte Krallenfrosch wahrscheinlich ausgestorben. Ferner wurde er im französischen Département Deux-Sèvres und im französischen Département Maine et Loire sowie auf Java (Indonesien) und etwa 20 Kilometer westlich von Lissabon, Portugal (Lillo et al. 2005, Faraone et al. 2008) eingeführt. Eine weitere invasive Population ist auf Sizilien, Italien vorhanden. Man vermutet auch, dass der Glatte Krallenfrosch im Südwesten Sudans vorkommt, aber dies wurde nicht bestätigt. Weitere Bestandsaufnahmen wurden auch im Kongo durchgeführt, aber diese beziehen sich auf die ArtXenops petersii. Weil der Glatte Krallenfrosch als lebender Köder in Afrika verwendet wird, wurde er in vielen Teilen Afrikas eingeführt, insbesondere kommt er häufig in Südafrika vor. Ferner findet man den Glatten Krallenfrosch auch in einer Höhe von bis zu 3.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Der Glatte Krallenfrosch ist eine wasserabhängige Art und weist eine sehr breite Palette an Lebensräumen auf, darunter erheblich veränderte anthropogene Habitate. Er lebt in allen Arten von Gewässern, einschließlich Ströme, aber neigt eher dazu, große Flüsse und Gewässer mit Raubfischen zu vermeiden. Der Glatte Krallenfrosch erreicht seine höchste Dichte im nährstoffreichen Wasser. Das Ablaichen findet im Wasser statt, aber es gibt keine Aufzeichnungen über das Ablaichen in fließendem Wasser. Ferner weist er ein sehr hohes reproduktives Potenzial auf. Der Glatte Krallenfrosch ist ein opportunistischer Frosch, der scheinbar mit einer Leichtigkeit neue, isolierte Gewässer besiedelt. Er kann, wenn die Bäche oder Teiche für das Ablaichen versiegen und das Wetter recht feucht ist, in großer Zahl migrieren.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Glatte Krallenfrosch in folgenden Ländern vor: Angola, Botswana, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Nigeria, Südafrika, Swaziland, Sambia und Simbabwe. Eingeführt wurde der Glatte Krallenfrosch in folgenden Ländern: Chile, Frankreich, Indonesien, Italien (Sizilien), Mexiko, Portugal, Vereinigtes Königreich sowie Vereinigte Staaten von Amerika. Gelegentlich ist der Glatte Krallenfrosch im Sudan präsent. Der Glatte Krallenfrosch lebt in zahlreichen unterschiedlichen Lebensräumen, darunter zählen unter anderem subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, Trockensavannen, Feuchtsavannen, gemäßigtes Buschland, subtropisches und tropisches trockenes Buschland, subtropisches und tropisches feuchtes Buschland, subtropisches und tropisches Buschland in höher gelegenen Regionen, gemäßigtes Grünland, subtropisches und tropisches trockenes Grünland, subtropisches und tropisches saisonbedingtes überschwemmtes Grünland, subtropisches und tropisches Grünland in höher gelegenen Regionen, Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche, schmale Buchten mit Wasserfällen, saisonal bedingte irreguläre Flüsse, Bäche, schmale Buchten, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, permanente Süßwasserseen über 8 Hektar, saisonalbedingte intermittierende Süßwasserseen über 8 Hektar, permanente Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, saisonalbedingte intermittierende Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, Süßwasserquellen und Oasen, Ackerflächen, Weiden, Plantagen, ländliche Gärten, urbanisierte Flächen, subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder, aquatische Staubereiche über 8 Hektar, aquatische Teiche unter 8 Hektar, aquatische Schlammteiche, aquatisch offene Ausgrabungen, aquatisch bewässerte Flächen (einschließlich Bewässerungskanäle), aquatisch saisonalbedingte überflutete Ackerflächen sowie aquatische Kanäle und Entwässerungsgräben.

Ernährung: Die Larven ernähren sich zunächst als Filtrierer von Mikroorganismen, später stellen sie als Jäger und Lauerjäger auch größeren Beutetieren nach. Die adulten Frösche suchen ihre Nahrung am schlammigen Untergrund ihrer Gewässer. Der Sehsinn spielt dabei keine Rolle, der Tastsinn an den Fingerspitzen spielen hingegen eine entscheidende Rolle. Die adulten Frösche sind Allesfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Würmern (Vermes), Insekten (Insecta), kleinen Krebstieren (Crustacea) und von kleinen Fischen (Osteichthyes). Des Weiteren verzehren sie auch Aas und jede Art von organischem Abfall. Wie schon die Bezeichnung der Familie Zungenlose (Pipidae) darauf hindeutet, zu der der Glatte Krallenfrosch auch zählt, weist er keine Zunge und keine Hornzähne auf. Die jungen Frösche ernähren sich hauptsächlich von Wirbellosen wie zum Beispiel Daphnia 

und Schlammröhrenwürmer (Tubificidae).

Prädatoren: Die Krallenfrösche haben sehr viele natürliche Feinde wie wirbellose Tiere, Fische, Schlangen, Schildkröten, Vögel und Säugetiere. Auch Tiere von Bauernhöfen wie Enten und Schweine verzehren gerne Krallenfrösche. Vor allem Vögel haben es auf Krallenfrösche abgesehen. In Afrika zählen zu den natürlichen Feinden Reiher, Kormorane, Eulen sowie Würger. In Kalifornien haben es die Nachtreiher (Nycticorax nycticorax), die Kanadareiher (Ardea herodias), die Silberreiher (Casmerodius albus), die Mangrovereiher (Butorides striatus), die Kolkraben (Corvus corax) und die Westmöwen (Larus occidentalis) auf die Krallenfrösche abgesehen. Des Weiteren werden die Krallenfrösche auch von Sonnenbarschen (Centrarchidae), von Barschen(Percidae), von Weißen Crappies (Pomoxis annularis) und von Zwergschwarzbarschen (Elassoma) erbeutet. Der Glatte Krallenfrosch produziert aus den Hautdrüsen eine große Menge extrem rutschigen Schleim. Einige nordamerikanische und afrikanische Wasserschlangen erleiden eine orale Dyskinesie beim Versuch Krallenfrösche zu erbeuten. Auch bei Hunden bildet sich Schaum vor der Schnauze, wenn die Schnauze mit Krallenfröschen in Berührung kommt.

Fortpflanzung: In Afrika sind die Krallenfrösche bekannt, dass sie in der saisonalen Laichzeit zu neu gefüllten Regenpools migrieren. Sie legen im späten Frühjahr etwa 0,2 Kilometer zu den Laichplätzen zurück. Allerdings wurden solche Migrationen nicht bei den Populationen in den USA beobachtet. Die Reproduktion findet in Kalifornien in den Monaten von Januar bis Mai statt, in der Regel bis ins späte Frühjahr, zwischen März und Juni. Die männlichen Rufe erreichen von April bis Mai Intensitätsspitzen. Das Verhalten der Reproduktion bei den Populationen wurde in Arizona noch nicht untersucht. Die Eier werden auf aquatischen Pflanzen, Steinen und anderen benthischen Strukturen deponiert. In Kalifornien können Weibchen in einer einzigen Saison in asynchronen Perioden mehrere Eiablagen durchführen. Dabei werden hunderte bis tausende Eier abgelegt. Bei großen Weibchen kann ein Laich sogar bis zu 17.000 Eier enthalten. Die Larven schlüpfen innerhalb von zwei bis drei Tagen. Die frisch geschlüpften Laven der Krallenfrösche und die Larven der Polarkröte (Anaxyrus boreas) treten oft lokal gemeinsam auf. Die Dauer des Larvenstadium beträgt etwa 10 bis 12 Wochen. Die Larven ernähren sich von Phytoplankton, Algen und von einzelligen Kieselalgen, insbesondere von Protozoen und von Bakterien. Nach dem Schlüpfen sind die Larven in ein bis zwei Tagen in der Lage frei zu schwimmen. Weil die Larven besonders durch Raubfische stark gefährdet sind, schwimmen sie in Schulen im tieferen Wasser, anstatt sich im flachen Wasser zu verstecken. Nach der Metamorphose migrieren die Jungfrösche auf dem Landweg etwa 0,8 Kilometer von ihrem Geburts-Teich in einen anderen Bereich. Es gibt aber auch Überland-Migrationen während der Regenzeit.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN ist der Glatte Krallenfrosch eine invasive Art in vielen Bereichen, der sich erfolgreich anpassen kann. Neuere Studien zeigten, dass der Glatte Krallenfrosch nicht durch das Herbizid Atrazin belastet ist. Die Krankheit Chytridiomykose wurde im Jahr 1938 bei dieser Art entdeckt, und es wird vermutet, dass durch den internationalen Handel mit dieser Art die Pilzkrankheit in andere Regionen der Welt eingeführt wurde. Die Krankheit scheint jedoch keine nachteiligen Auswirkungen auf die Populationen dieser Art zu haben.

Datei:Glatter Krallenfrosch.jpg

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki