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Flachkopfkatze
Datei:Flachkopfkatze.jpg

Systematik
Klasse: Säugetiere

(Mammalia)

Unterklasse: [1]

Höhere Säugetiere (Eutheria)

Ordnung: Raubtiere

(Carnivora)

Überfamilie: Katzenartige

(Feloidea)

Familie: [2]

Katzen (Felidae)

Gattung: Prionailurus
Art: Flachkopfkatze
Wissenschaftlicher Name
Prionailurus planiceps
(Vigors & Horsfield, 1827)

BeschreibungBearbeiten

Aussehen und MaßeBearbeiten

Die Männchen und Weibchen der Flachkopfkatzen weisen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Männchen erreichen eine Körperlänge von 42 bis 50 cm, eine Schwanzlänge von 13 bis 20 cm und ein Gewicht von 1.500 bis 2.750 g. Weibchen erreichen eine Körperlänge von 33 bis 37 cm, eine Schwanzlänge von 14 bis 17 cm und ein Gewicht von etwa 1.500 g.Mit diesen Maßen entsprechend Flachkopfkatzen in etwa den Hauskatzen. Der Schwanz ist mit einem Viertel bis ein Drittel der Körperlänge eher kurz. Die Ohren sind klein und von rundlicher Form. Sie liegen seitlich am Schädel. Das Fell weist dorsal eine dunkelbraune Grundfärbung auf, ventral sowie im Bereich der Brust und des Kinnes zeigt sich eine weißliche Färbung. Der Kopf ist dorsal rötlichbraun gefärbt. Das Gesichtsfeld ist insgesamt etwas heller gefärbt als das restliche Fell. Die Innenseiten der Augen sowie die Lider sind weißlich. Ein durchgehender Augenring fehlt jedoch. Vom Augenwinkel bis seitlich an den Kopf verlaufen lateral je ein dunkler Streifen. Die Augen sind groß und eng zusammenstehend. Die Vibrissen im unteren Bereich des Maules sind weißlich, die oberen sind nur an der Basis und an den Spitzen weißlich und ansonsten schwarz. Markantes Merkmal der Flachkopfkatzen ist der deutlich verlängerte und abgeflachte Schädel. Die Beine sind relativ kurz, die Füße sind lang und schmal. Die Zehen enden jeweils in Krallen, die nicht vollständig eingezogen werden können (Nowak, 1999).

LebensweiseBearbeiten

Flachkopfkatzen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie legen eine bodenbewohnende Lebensweise an den Tag und leben außerhalb der Paarungszeit strikt einzelgängerisch. Man geht von Reviergrößen von etwa 5 qkm bei Weibchen und 18 qkm bei Männchen aus. Die Grenzen der Reviere werden mittels Duftmarken aus Urin markiert (Nowak, 1999).

VerbreitungBearbeiten

Die Flachkopfkatze ist in Asien in Brunei, Indonesien, Thailand und Malaysia verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich im Norden bis in den Süden von Thailand, südlich bis nach Sumatra und Borneo. Die Art lebt im Tiefland in tropischen Wäldern, stets in der Nähe von Süßgewässern. Dies sind meist Sumpfgebiete, Auwälder, überflutete Gebiete, Flüsse oder Bäche (Sunquist et al., 2002 in IUCN, 2012).

ErnährungBearbeiten

Unmittelbar an Gewässern ernähren sich Flachkopfkatzen hauptsächlich von Fischen (Osteichthyes), Lurchen (Amphibia) und Krebstieren (Crustacea). Aber auch kleine Säugetiere (Mammalia) und [3] Vögel (Aves) werden regelmäßig gefressen. Die Erkenntnisse beruhen auf Analysen von Mageninhalten. Direkte Sichtungen sind nicht bekannt (Nowak, 1999).

FortpflanzungBearbeiten

Über das Fortpflanzungsverhalten der Flachkopfkatzen ist nur wenig bekannt. Die Geschlechtsreife wird im 2. Lebensjahr, meist im Alter von 18 Monaten, erreicht. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 56 Tagen bringt ein Weibchen meinst 2 bis 4 Jungtiere zur Welt. Die Jungen werden bis zum 6. Lebensmonat entwöhnt. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Muttertier. DIe Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei mehr als 10 Jahren, die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und SchutzBearbeiten

Die Flachkopfkatze gehört heute zu den stark gefährdeten Arten und wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie EN, Endangered, geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet die Flachkopfkatze in Anhang I des Abkommens. Zu den größten Gefahren gehört die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere der Sumpf- und der Feuchtgebiete. Die Lebensräume werden zugunsten menschlicher Siedlungen, zwecks Umwandlung in Plantagen oder Trockenlegung für die Landwirtschaft zerstört. Aber auch die Umweltverschmutzung und exzessive Bejagung der Art sowie die Überfischung stellen eine große Gefahr dar (IUCN, 2012).