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Die Europäische Äsche (Thymallus thymallus), auch als Äsche, Asch oder Perpel bekannt, zählt innerhalb der Familie der Lachsfische (Salmonidae) zur Gattung der Äschen (Thymallus). Im Englischen nennt man die Europäische Äsche European grayling oder einfach nur Grayling. Aufgrund ihres aschfarbenen Schattens, wenn die Europäische Äsche im Fluss steht, war die Farbe für diese Fischart namensgebend.

Beschreibung
 

Die Europäische Äsche ähnelt in ihrem Aussehen den Maränen und Felchen (Coregoninae) sowie einigen Karpfenfischen (Cyprinidae). Sie ist aber an ihrer großen fahnenartig ausgezogenen Rückenflosse, die mit schwarzen und roten Streifen durchzogen ist, gut zu unterscheiden. Die Rückenflosse ist bei dem Männchen stärker ausgezogen als beim Weibchen. Markantes Merkmal ist die Fettflosse, die von fleischiger Konsistenz ist und sich zwischen Rückenflosse und Schwanzflosse befindet. Die Europäische Äsche erreicht bei einem Gewicht von 500 bis 1.500 g eine Körperlänge zwischen 25 und 50 cm. Es gibt auch einige Exemplare, die bei einer Körperlänge von 50 bis 60 cm ein Körpergewicht von 3.000 g erreichen können. Das Maximum liegt bei 6.700 g. Die Europäiche Äsche besitzt ein relativ kleines unterständiges Maul, das heißt, dass die Oberlippe über die Unterlippe hinausragt. Das Auge zeigt keine runde Pupille, sie ist nach vorne winkelig verzogen. Des Weiteren ist der Körper gestreckt sowie seitlich abgeflacht und weist insgesamt eine dunkle silbrige Färbung mit zahlreichen unregelmäßg schwarzen Punkten oder Flecken auf. Einige schwarze Punkte sind auch auf den Flossen zu sehen. In der Laichzeit ist das Männchen hell gefärbt und zeigt verschiede Farbtöne mit purpurroten, grünen und kupferfarbenen Schattierungen.

Ebenso erscheint die charakteristische breite hohe Rückenflosse intensiver in irisierenden Farbtönen von einem Rot bis zu einem Violett, während der Körper der Jungfische silbrig weiß und mit einem gräulichen Grün versehen ist. Des Weiteren zeigen die Seiten der Jungfische eine irisierende dunkelblaue Färbung. Die Gesamtmenge der dorsalen Dornen beträgt 5 bis 8, die der dorsalen weichen Strahlen 12 bis 17. Anal zeigen sich drei bis vier Dornen, während die Gesamtmenge der analen weichen Strahlen neun bis zehn beträgt. Es sind 57 bis 61 Wirbel vorhanden und die Schwanzflosse zählt 19 bis 21 Strahlen. Die Europäische Äsche ist ein geselliger Fisch und bildet sogenannte Formschulen. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Europäischen Äsche beträgt etwa fünf bis sechs Jahre, sie kann aber auch ein Alter von etwa 10 bis 14 Jahren erreichen.

Aufgrund der extremen Wasserverschmutzung und der Vernichtung der natürlichen ursprünglichen Lebensräume der Europäischen Äsche ist sie in Mitteleuropa stark gefährdet. Deshalb sah man die Notwendigkeit, in einigen europäischen Ländern künstliche Aufzuchtstationen einzurichten. Einen hohen ökonomischen Stellenwert nimmt die Europäische Äsche in der Angelfischerei ein. Ihr Fleisch wird durch das besondere Aroma sehr geschätzt.

Verbreitung: Das Hauptverbreitungsgebiet der Europäischen Äsche liegt hauptsächlich in England und in Frankreich und zieht sich über die Gebirgsregionen Nordeuropas, Mitteleuropas, Osteuropas und Westeuropas bis ans Schwarze Meer sowie in den Ural in Nordwestrussland. Die Europäische Äsche hält sich besonders im Sommer in schnell fließenden Bächen und kleineren Flüssen auf. Im Herbst und während der Laichzeit schwimmt sie in langsam fließenden Gewässern. Sie bevorzugt klares, sauerstoffreiches und kühles Wasser mit sandigem oder kiesigem Bodengrund. Dies ist auch kennzeichnend für eine Äschenregion. Dagegen meidet sie zu starke Strömungen und zu kaltes Wasser. Selten ist die Europäische Äsche in trüben Gewässern (Baltikum) zu finden, sie tritt aber auch in Seen auf. Bei Frost zieht sie in tiefere Gewässer und hält sich in Tiefen von 15 Metern auf. Optimal für die Europäische Äsche sind ein pH-Wert von 7,0 bis 7,5 und eine Wassertemperatur von 6 bis 18 Grad Celsius.

Ernährung: Die Europäische Äsche ernährt sich vorwiegend von Insektenlarven, Bachflohkrebsen, Schnecken, Würmern und gelegentlich verspeist sie auch Laich oder andere kleinere Fische. Hin und wieder nimmt die Europäische Äsche auch Anfluginsekten von der Wasseroberfläche auf.

Fortplanzung: Die Geschlechtsreife erreicht die Europäische Äsche mit etwa zwei bis drei Jahren. Sie ist ein Geröll- und Kieslaicher. Das Männchen ist in der Reproduktionszeit territorial und verteidigt während der Tageszeit seinen Laichplatz gegenüber Eindringlingen und Artgenossen vehement. Auch Weibchen, die keine Paarungsbereitschaft zeigen, werden vom Männchen verjagt. Das Weibchen sucht in der Reproduktionszeit, die von März, April bis Mai oder Juni stattfindet, langsam fließende Gewässer auf und legt etwa 1.000 bis 20.000 bernsteinfarbige Eier, die eine Größe von drei bis vier Millimetern aufweisen, in eine 50 cm von ihr geschlagene kiesige Laichgrube. Anschließend werden die Eier von dem Männchen befruchtet. Nach der Befruchtung werden die Eier von dem Weibchen sorgfältig mit Kies bedeckt und sich selbst überlassen. Nach etwa 18 bis 20 Tagen schlüpfen die Larven und leben zunächst im Kies oder zwischen Steinen versteckt bis ihr Dottersack aufgebraucht ist. Danach nehmen die Jungfische Plankton zu sich. Die Jungfische wachsen eher langsam heran und erreichen innerhalb eines Jahres eine Körperlänge von acht bis fünfzehn Zentimetern. Die Jungfische sind am Anfang silbrig-weiß bis gräulich-grün und zeigen jugendliche Kreuzstreifen seitlich am Körper.

Datei:Europäische Äsche.jpg
      
                                               

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