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Info:

Der Braunmantel-Scherenschnabel (Rynchops flavirostris), auch unter der Bezeichnung Afrikanischer Scherenschnabel bekannt, zählt innerhalb der Familie der Scherenschnäbel (Rhynchopidae) zur Gattung der Scherenschnäbel (Rynchops). Im Englischen wird der Braunmantel-Scherenschnabel African Skimmer, Scissorbill, Scissor-billed Tern oder nur Skimmer genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Spezies monotypisch.

Laut der Roten Liste der IUCN wird diese Art aufgrund ihrer geringen Population als gering gefährdet eingestuft. Wenn der Rückgang der Population jedoch weiterhin kontinuierlich anhält, dann muß diese Art demnächst in eine höhere Kategorie als bedroht eingestuft werden.

Aussehen und Maße: Der möwenähnlich aussehende Braunmantel-Scherenschnabel erreicht eine Körperlänge von etwa 40 Zentimeter. Der Nacken und der Oberkopf mit Krone sind schwarz gefärbt, während die Flügel und das Rückengefieder dunkelbraun getönt sind. Während der Paarungszeit sind auch der Oberkopf und der Nacken braun gefärbt. Die Kopfseiten, die Stirn, und die Hinterränder der Flügel sowie die Brust und der Bauch sind weißlich bis leicht gräulich getönt. Die sehr langen Flügel ragen deutlich über den Schwanz hinaus. Der Schwanz ist recht kurz, jedoch am Ende breit gegabelt und weist eine weiße Färbung auf. Juvenile Vögel sind am Bauch bräunlich gefärbt. Markantes Merkmal ist der sehr lange Schnabel. Der untere Teil des Schnabels ist deutlich länger als der Oberschnabel. An der Basis ist der Schnabel orangerot gefärbt und geht zur Mitte hin in ein Gelb über. Die zweite Hälfte ist bis zur Spitze hin grau oder schwarz gefärbt. Die Schnabelteile liegen nicht parallel übereinander, sondern sind leicht scherenartig gekreuzt. Die Extremitäten und die Zehen, die mit Schwimmhäuten ausgestattet sind, weisen eine hellrote bis rote Färbung auf. Die Iris der Augen ist dunkel gefärbt. In der Gefiederfärbung weisen die Geschlechter keinen Geschlechtsdimorphismus auf, jedoch ist das Männchen etwas größer. Auch der Schnabel des Männchen erscheint etwas länger.

Lebensweise: Laut der Roten Liste der IUCN frequentiert der Braunmantel-Scherenschnabel Flüsse bei Niedrigwasser, Lagunen, Salinen, offene Sümpfe sowie Seen und ist weniger häufig in den Bereich von Küsten anzutreffen. Die Hauptnahrung des Braunmantel-Scherenschnabel besteht aus Fischen (Pisces) wie Buntbarsche (Cichlidae). Charakteristisch ist das Erbeuten der Fische, indem der Braunmantel-Scherenschnabel das Wasser im Flug mit offenem und untergetauchtem Unterschnabel abschöpft und die Fische so in den Schlund gelangen. Die Nistplätze befinden sich auf sandigen Stränden und Sandbänken in den Flüssen und auf den Inseln in Seen. Die Brutsaison findet in West- und Ostafrika in den Monaten zwischen März und Juni statt und südlich des Äquators von Juli bis November. Die Eier werden meist in einer flachen Mulde gelegt. Das Gelege besteht aus zwei oder drei, selten aus vier Eiern und die Inkubationszeit beträgt etwa 21 Tage. Die Jungvögel sind etwa mit vier Wochen flügge. Die Art migriert in der Regel entlang größerer Flüsse und entlang der Inland-Seen. Braunmantel-Scherenschnäbel sind sowohl außerhalb als auch während der Paarungszeit gesellige Vögel. Selbst auf Nahrungssuche gehen sie in der Regel in Gruppen. Die Vögel sind tag- und nachtaktiv. Auf Nahrungssuche gehen sie zumeist erst in der Dämmerung. Der Braunmantel-Scherenschnabel ist ein guter und eleganter Flieger. Er nutzt in der Regel die Thermik aus, um lange zu gleiten.

Verbreitung:

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Braunmantel-Scherenschnabel in der Subsahara Afrikas weit verbreitet, jedoch während der Brutsaison wandert der Braunmantel-Scherenschnabel bis hin zu den großen, trockenen Sandbänken in der Nähe von breiten Flüssen und Seen unter 1.800 Meter. Außerhalb der Brutzeit ist er weniger eingeschränkt und sein Verbreitungsgebiet reicht bis nach Ägypten, Gambia und Botswana, wo er sich an Flüssen, Seen sowie an Küsten aufhält. Hohe Konzentrationen, einschließlich Brutvögel, treten entlang des Sambesi-Flusses auf. In Tansania und Kenia wurden etwa 1.428 Individuen und 1.000 Individuen, die nicht brüten, gezählt. Die Population wird auf etwa 15.000 bis 25.000 Vögel, davon 7.000 bis 13.000 in West- und Zentralafrika und 8.000 bis 12.000 in Ostafrika und Südafrika, geschätzt. Die Art gilt derzeit als rückläufig.

Laut der Roten Liste der IUCN zählen zu den bodenständigen Verbreitungsgebieten des Braunmantel-Scherenschnabel unter anderem Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Zentralafrikanische Republik Kamerun, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Ägypten, Äquatorialguinea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia, Liberia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe. Regional ausgestorben ist der Braunmantel-Scherenschnabel in Südafrika und als Gast hält sich der Braunmantel-Scherenschnabel in Eritrea, Somalia, Togo und in Jemen auf.

Ernährung: Der Braunmantel-Scherenschnabel ernährt sich hauptsächlich von Fischen (Pisces) wie zum Beispiel Buntbarsche (Cichlidae) und Krebstieren (Crustacea) wie Garnelen und ähnliches. Beutetiere werden direkt von der Wasseroberfläche aufgenommen. Fische können in Längen von fünf bis gut zwölf Zentimeter gefressen werden. Der Braunmantel-Scherenschnabel fliegt dicht über die Wasseroberfläche und pflügt mehr oder weniger durch das Wasser. Auf Nahrungssuche gehen die Vögel für gewöhnlich in Gruppen.

Fortpflanzung: Der Braunmantel-Scherenschnabel erreicht die Geschlechtsreife mit gut zwei Jahren und brütet an sandigen Stränden oder auf Sandbänken auf dem Boden. Mit dem Schnabel wird eine einfache flache Nistmulde vorbereitet. Ausgepolstert wird die Mulde nicht weiter. Die Brut erfolgt in kleinen und losen Kolonien. Das Weibchen legt meist zwei oder drei, selten vier Eier. Die Brutzeit beträgt etwa 21 Tage. Beide Partner teilen sich dabei das Brutgeschäft. Die Küken werden von beiden Elternteilen mit hochgewürgter Nahrung, die aus Fischen und Krebstieren besteht, gefüttert. Bei den Küken sind Ober- und Unterschnabel beim Schlupf noch gleich lang, dies ändert sich rapide, nachdem die Jungvögel flügge geworden sind. Die Jungvögel sind Nestflüchter, halten sich aber in der Nähe des Nestes auf. Mit etwa vier Wochen sind die Jungvögel dann flügge.

Gefährdung und Schutz:

Laut der Roten Liste der IUCN werden aufgrund der Stauanlagen einige vorgelagerte Bereiche nicht mehr genügend mit Wasser versorgt und die geeigneten Habitate zerstört. Des Weiteren haben landwirtschaftliche Praktiken zu einer extrem starken Verschlammung der Flüsse geführt. Schwerwiegende Probleme in einigen Gebieten sind die Eisammlung, das Fangen von Adultvögeln und die allgemeine Störung durch den Menschen und der Rinder und in jüngster Zeit auch der erhöhte Verkehr von Motorbooten auf den Flüssen und Seen. Durch Verschmutzung und Überfischung ist seine vorwiegende Beute von Fischen stark zurückgegangen. Auch das großflächige Versprühen von DDT und die allgemeine Verschmutzung der Gewässer kann dazu führen, dass giftige Bioakkumulation von Schmutzstoffen in die Haut der Fische eindringt und die Giftstoffe durch Aufnahme der Nahrung in den Körper des Braunmantel-Scherenschnabel gelangen.

Umwelt- und Naturschutz-Aktionen für diese Art sind bisher noch nicht bekannt. Um den Rückgang dieser Art aufzuhalten ist eine ständige Überwachung der Population notwendig. Des Weiteren ist eine Aufklärung über Verhaltenskodex des Ökotourismus in den Bereichen des Okavango-Delta erforderlich. Insbesondere müssen lokale Umweltmaßnahmen erarbeitet und durchgesetzt werden. Auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Bezug auf die Erhaltung dieser Art ist sehr wichtig.

Datei:Braunmantel-Scherenschnabel.jpg

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