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Info: Das Afrikanische Schwarzkehlchen (Saxicola torquatus) zählt innerhalb der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) zur Gattung der Wiesenschmätzer (Saxicola). Im Englischen wird das Afrikanische Schwarzkehlchen Common StonechatEurasian Stonechat oder Stonechat genannt. Die Art wurde in zwei Spezies gesplittet: Saxicola torquatus und Saxicola albofasciatus.

Aussehen und Maße: Das Afrikanische Schwarzkehlchen ist in etwa so groß wie das Braunkehlchen (Saxicola rubetra), jedoch kleiner als der Haussperling (Passer domesticus) und der Schwanz ist im Verhältnis zum Körper eher kurz geraten. Das Afrikanische Schwarzkehlchen erreicht eine Körperlänge von etwa 12 bis 13 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 18 bis 21 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 14 bis 18 Gramm. Im Frühjahr ist das Männchen ein hübsch gemusterter und farbenprächtiger Vogel. Der Oberkopf, das Gesicht und der Kehlbereich sind schwarz gefärbt, an den Halsseiten zeigen sich ausgedehnte weißliche Flecken. Die Brust ist auffallend rostrot gefärbt, die Bauchseite weist eine deutlich hellere Färbung auf. Hier zeigt sich zumeist eine hellgraue Färbung. Der Rücken ist dunkelbraun gefärbt und weist einheitliche schwarze Längsstreifen auf, die im Winter deutlich matter ausfallen. Der kurze Schwanz weist eine schwärzliche Färbung auf. Der Bürzel zeigt ein großes weißliches bis cremefarbenes Feld. Die Extremitäten und die Füße sind schwarz gefärbt. Das Weibchen ist insgesamt matter und deutlich heller gefärbt. Es weist eine bräunliche Grundfärbung auf. Der Kehlbereich ist weiß gefärbt. Die Brust ist wie beim Männchen rostrot, wobei sich die rostrote Färbung auch auf den Flanken fortsetzt. Die Bauchseite weist eine hellgraue Färbung auf. Die Extremitäten und die Füße der Weibchen sind bräunlich gefärbt. Jungvögel ähneln den Weibchen, jedoch ist die Brust der Jungvögel deutlich fleckiger. Der Flug ist kurz, niedrig, flatternd und recht schnell. Gewöhnlich sitzt das Afrikanische Schwarzkehlchen gerne auf einem höheren isolierten Ansitz und trägt seinen Gesang vor.

Lebensweise: Afrikanische Schwarzkehlchen legen während der Brutzeit ein territoriales Verhalten an den Tag. Sie leben zumeist paarweise oder in kleinen Familiengruppen. Die Reviere weisen in der Regel eine Größe von ein bis zwei Hektar auf und werden sowohl vom Weibchen und als auch vom Männchen verteidigt. Afrikanische Schwarzkehlchen sind ausgesprochen reviertreu und kommen in der Regel jährlich in ihr angestammtes Revier zurück. Markante Punkte im Revier werden vom Männchen als Ansitz für seinen Gesang genutzt.

Unterarten:
Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Saxicola torquatus torquatus (Linnaeus, 1766) LC Südafrika.
Saxicola torquatus sibilla (Linnaeus, 1766) LC Madagaskar.
Saxicola torquatus albofasciatus (Rüppell, 1845) LC Hochland Äthiopien.
Saxicola torquatus salax (Verreaux, 1851) LC Angola, Zaire, Kongo, Gabun.
Saxicola torquatus axillaris (Shelley, 1884) LC Kenia, Uganda, Tanzania, Rwanda, Burundi, Zaire.
Saxicola torquatus pallidigula (Reichenow, 1892) LC Hochland Kamerun.
Saxicola torquatus jebelmarrae Lynes, 1920 LC Darfur (Sudan).
Saxicola torquatus adamauae Grote, 1922 LC Kamerun.
Saxicola torquatus promiscuus Hartert, 1922 LC Westlich von Mozambique, östlich von Zambia, Tanzania zentral.
Saxicola torquatus voeltzkowi Grote, 1926 LC Grande Comore (größte Insel der Komoren).
Saxicola torquatus nebularum Bates, 1932 LC Sahel, Senegal, Niger.
Saxicola torquatus felix Bates, 1936 LC Saudi Arabien und Yemen.
Saxicola torquatus oreobates Clancey, 1956 LC Drakensberge in Lesotho (Südafrika).
Saxicola torquatus stonei Bowen, 1932 LC Südafrika, nördlich von Zaire und südwestlich von Tanzania.
Saxicola torquatus clanceyi Latimer, 1961 LC Südafrika.
Saxicola torquatus altivagus Clancey, 1988 LC Zimbabwe, Mozambique, Malawi.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN zählen zu den Verbreitungsgebieten des Afrikanischen Schwarzkehlchen unter anderem Afghanistan, Albanien, Andorra, Armenien, Österreich, Aserbaidschan, Bahrain, Belgien, Bhutan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, Georgien, Deutschland, Gibraltar, Griechenland, Ungarn, Indien, Islamische Republik Iran, Irak, Irland, Italien, Jordanien, Kasachstan, Korea, Demokarische Republik Korea, Kirgisistan, Demokratische Volksrepublik Laos, Liechtenstein, Luxemburg, Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik, Malta, Republik Moldau, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nepal, Niederlande, Norwegen, Pakistan, Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweiz, Arabische Republik Syrien, Tadschikistan, Thailand, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Usbekistan sowie der Yemen.

Laut der Roten Liste der IUCN lebt das Afrikanische Schwarzkehlchen in borealen Wäldern, in gemäßigten Wäldern, in subtropischen und tropischen Wäldern feuchter Bergregionen, in gemäßigtem Buschland, in subtropischem und in tropischem regenarmen Buschland, in subtropischem und in tropischem feuchten Buschland, im Buschland mit Mittelmeer-Typ und Strauch-Vegetation, in gemäßigtem Grasland, in subtropischem und in tropischem regenarmen Grasland sowie in subtropischem und in tropischem Grasland in höher gelegenen Regionen. Des Weiteren hält sich das Afrikanische Schwarzkehlchen in Feuchtgebieten (Inland) auf wie Moorlandschaften, Sumpfgebiete sowie Torf-Moor-Landschaften. Ferner ist es in Marschgebieten mit Süßwasserteichen unter 8 Hektar, an saisonal bedingten Süßwasser-Mooren und Tümpeln unter 8 Hektar sowie in alpinen Feuchtgebieten mit temporären Gewässern aus Schneeschmelzen anzutreffen. Auch kommt das Afrikanische Schwarzkehlchen auf landwirtschaftlichen Ackerflächen, auf Weiden, auf Plantagen, in ländlichen Regionen sowie auf urbanisierten Flächen vor.

Ernährung: Das Afrikanische Schwarzkehlchen ist ein eifriger Insektenjäger. Die Jagd erfolgt in der Regel von einem exponierten Ansitz aus und geht in kurze Jagdflüge über. Weit oben auf der Speisekarte stehen beispielsweise Fliegen (Brachycera) und Mücken(Nematocera), Käfer (Coleoptera), Ameisen (Formicoidea), Schmetterlinge (Lepidoptera) und kleine [1] Libellen (Odonata), Spinnentiere (Arachnida) und kleine wirbellose Tiere. Aber auch Würmer wie der Tauwurm (Lumbricus terrestris) werden keineswegs verschmäht. Nestlinge werden überwiegend mit Raupen, kleinen Käfern und Schmetterlingen gefüttert. Bei Schmetterlingen werden von den Elternvögel vorher die Flügel entfernt, haarige Raupen werden eingespeichelt oder harte Chitinteile werden abgebissen.

Fortpflanzung:

Das Afrikanische Schwarzkehlchen erreicht die Geschlechtsreife mit einem Jahr. Die Balz beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten im Februar, spätestens jedoch im März. Die eigentliche Brutzeit beginnt im März oder im April. Meist im Juni oder Juni endet die Brutzeit. Während einer Saison kommt es zu zwei Gelegen. Afrikanische Schwarzkehlchen leben in einer monogamen Einehe, die zumeist über mehrere Jahre hält. Während der Balz sitzt das Männchen meist auf einer Ansitzwarte und kommt nur herunter, wenn er ein Insekt auf dem Boden erspäht. Es ist ein unermüdlicher Sänger. Im Laufe der Balz steht das Männchen mit hängenden Flügeln, ausgebreitetem und leicht aufgerichtetem Schwanz sowie erhobenem Kopf und vorgewölbter Brust vor dem Weibchen und trägt seinen melodischen, aber mehr oder weniger monotonen Gesang vor.

Genistet wird zumeist in offenen und trockenen Habitaten. Die Bruthabitate sind durch weitläufige Vegetation gekennzeichnet und zeigen hier und da einige exponierte Ansitze. Heidelandschaften, Brachen, Moore und Grünland werden bevorzugt besiedelt. Die Nester entstehen am Boden inmitten dichter und schützender Vegetation. Bevorzugt entstehen die Nester an Böschungen, Hängen und Dämmen. Während der Brutzeit sind die Afrikanischen Schwarzkehlchen ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen vehement.

Auch während das Weibchen die Eier wärmt, bewacht das Männchen das Weibchen und das Gelege, indem es laut singt. Das schalenartige Grasnapf wird am oder dicht über dem Boden gut versteckt in dichter Vegetation errichtet. Ausgepolstert wird das Nest mit Tierhaaren, kleinen Federchen und anderen weichen Materialien. Das Weibchen legt drei bis sechs blassblaue Eier in das Nest. Die Eier werden von dem Weibchen 14 bis 15 Tage lang gewärmt. Die Jungvögel werden von dem Weibchen und Männchen zwei Wochen lang im Nest mit Nahrung in Form von Insekten und Larven gefüttert. Die Jungvögel sind etwa drei bis vier Tage später flügge.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN zählt das Afrikanische Schwarzkehlchen heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet erstreckt sich von über 1.000.000 bis 10.000.000 Quadratkilometer, die Bestände der Vögel werden auf 4.000.000 bis 9.200.000 Individuen in Europa geschätzt (BirdLife International in prep.). In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Datei:Afrikanisches Schwarzkehlchen.jpg

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