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Info: Der Afrikanische Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa) zählt innerhalb der Familie der Schlangenhalsvögel (Anhingidae) zur Gattung der Schlangenhalsvögel (Anhinga). Im Englischen wird der Afrikanische Schlangenhalsvogel african dartergenannt. Dieses Taxon wird von einigen Autoren als Subspezies von Anhinga melanogaster im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet.

Aussehen und Maße: Der Afrikanische Schlangenhalsvogel erreicht eine Körperlänge von etwa 79,0 bis 80,0 Zentimeter. Der lange, dünne Hals weist den charakteristischen Knick sowie einen gerade geformten Schnabel auf. In der Regel überwiegt bei diesre Art die rotbraune Färbung und wirkt optisch ziemlich schlank. Das Männchen ist in der Gefiederfärbung etwas schwärzer als das Weibchen und weist zusätzlich lange silbrig-beigefarbene Federn auf dem Mantel auf. Während der Brutzeit ist der Schnabel von einer grauen Tönung. Das Männchen ist im Allgemeinen brauner und die Schnabel weist eine cremig-weiße Färbung auf. Die Jugendlichen ähneln eher dem Weibchen. Der Kopf und der Hals der Jugendlichen weist undeutliche Markierungen auf. Der Afrikanische Schlangenhalsvogel schwimmt nur mit dem Kopf und Hals über Wasser und an exponierten Stellen ruht er nach dem Schwimmen mit ausgebreiteten Flügeln. Der Ruf des Afrikanischen Schlangenhalsvogel ist ein gutturales "ger-ge-ger-ger-gerkgerr-ger" und kann für länge Zeit in den Ruhepausen anhalten.

Unterschiede zu Kormoranen: Der Afrikanische Schlangenhalsvogel ähnelt grundsätzlich den Vertretern der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae). Er ist im Wasser aber deutlich langsamer unterwegs als ein Kormoran. Auch der Flug, insbesondere der Start wirkt beim Afrikanischen Schlangenhalsvogel wesentlich schwerfälliger. Auch die Aufenthaltsdauer im Wasser ist für ihn deutlich begrenzter als bei Kormoranen, da eine schützende Fettschicht fehlt.

Lebensweise:

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Afrikanische Schlangenhalsvogel hauptsächlich sesshaft und unterliegt den wenig bekannten opportunistischen lokalen Bewegungen in Zusammenhang mit Dürre und den Bedingungen in den Feuchtgebieten. Der Zeitpunkt der Brut in bestimmten Bereichen ist saisonal, er kann aber jederzeit des Jahres brüten. Die Art brütet in der Regel in mehreren gemischten Kolonien. In der Nacht bilden sich Gruppen von 10 bis 50 (manchmal bis zu 100) Vögeln, die dann auf Bäumen, Sträuchern oder im Röhricht ihre Schlafplätze beziehen. Auf Nahrungsssuche geht der Schlangenhalsvogel jedoch einzeln. Über die Mauserzeit ist wenig bekannt, aber einige Erwachsene können nach der Brut eine flugunfähige Mauser durchmachen. Die Art zeigt eine Präferenz für noch flache Binnengewässer und für alkalische Seen sowie für langsam fließende Flüsse, die mit Schilf und Bäumen gesäumt sind. Des Weiteren besiedelt der Afrikanische Schlangenhalsvogel Sümpfe, Staubecken, Flüsse und Altarme sowie bewaldete Bäche. In der Regel meidet er marine Lebensräume. Aber gelegentlich kommt es vor, dass der Afrikanische Schlangenhalsvogel bei der Nahrungssuche auch die Mangrovensümpfe, Flussmündungen, flache Priele und die Lagunen aufsucht. Allgemein werden schnell fließende Flüsse, Gebiete mit dichter schwimmender Vegetation, schmale, steile, unverbrauchte oder saisonalbedingte Lebensräume gemieden. Er bevorgut lieber Gewässer mit bewaldeten Margen oder gestreut emergente Bäume und Inselchen mit dichter Vegetation. Des Weiteren müssen in den Lebensräumen genug Bäume, Sträucher oder Röhricht zum Schlafen vorhanden sein, am liebsten tote Bäume. Aber auch Felsen oder Bänke, wo er sich nach der Nahrungssuche zur Ruhe begeben kann, werden von dem Afrikanischen Schlangenhalsvogel bevorzugt. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Fisch wie Cichliden und Cyprinidae, obwohl er auch Amphibien, Wasserschlangen, Schildkröten, Wasserinsekten, Krebstiere und Weichtiere zu sich nimmt. Der Afrikanische Schlangenhalsvogel nistet in gemischten Kolonien.

Der Flug des Afrikanischen Schlangenhalsvogel beginnt meist von der Wasseroberfläche oder von einem erhöhten Ansitz aus. Von einem Baum aus startet er zumeist in einem Gleitflug. Im Wasser schaut typischerweise nur der Kopf und ein Teil des Halses heraus. Der restliche Körper ist aufgrund der fehlenden Dichtigkeit des Gefieders unter Wasser. Im Wasser hält sich der Vogel meist nur zur Jagd auf Fische auf. An Land sieht man den Afrikanischen Schlangenhalsvogel in der Regel auf Bäumen, Felsen oder Steinen hockend. Hier sonnt er sich, insbesondere um sein nasses Gefieder zu trocknen. Im Wasser wird nicht nur das Gefieder schnell nass, der Körper kühlt aufgrund einer fehlenden Fettschicht auch schnell aus.

Unterarten:

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art in folgenden Ländern verbreitet: Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Äquatorialguinea, Eritrea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Islamische Republik Iran, Irak, Kenia, Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Sudan, Swasiland, Vereinigte Republik Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe. Regional ausgestorben gilt der Afrikanische Schlangenhalsvogel in Israel, Jordanien, und in der Türkei. Gelegentlich hält sich der Afrikanische Schlangenhalsvogel auch auf den Komoren, in Ägypten und in Kuwait auf. Die Art besiedelt vor allem flache Binnengewässer, alkalische Seen sowie langsam fließende Flüsse, die mit Schilf und Bäumen gesäumt sind. Eine kleine isolierte Population des Afrikanischen Schlangehalsvogel hält sich in den mesopotamischen Feuchtgebieten im Irak auf. Ferner brütet der Afrikanische Schlangenhalsvogel in gemischten Kolonien mit der Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmaeus), dem Heiligen Ibis(Threskiornis aethiopicus) und mit anderen Wasservögeln.

Ernährung: Der Afrikanische Schlangenhalsvogel ernährt sich hauptsächlich von Fischen (Osteichthyes). Darüber hinaus werden auch größere [1] Insekten (Insecta) und andere Wassertiere gefressen. Afrikanische Schlangenhalsvögel gelten als langsame Schwimmer und Taucher. Die erreichbaren Tauchtiefen sind mit bis zu 60 Zentimeter eher gering. Die Vögel machen daher besonders Jagd auf langsam schwimmende Beutetiere. Mit seinem vorschnellenden Schnabel erbeutet der Afrikanische Schlangenhalsvogel dabei seine Beute. Um seine Beute zu erhaschen, pirscht er sich meist langsam heran. Beim Fressen wird der Kopf zurückgeworfen und das Beutetier wird im Ganzen verschlungen. Der Afrikanische Schlangenhalsvogel geht als tagaktiver Vogel nur am Tage auf Nahrungssuche. Nicht selten sieht man die Vögel auf aus dem Wasser ragenden Ästen stehen. Dabei breiten sie ihre Flügel aus und bilden so auf dem Wasser einen Schatten. Von diesem Schatten werden offensichtlich Fische angelockt und bilden so eine leichte und schnell erreichbare Beute.

Fortpflanzung: Der Afrikanische Schlangenhalsvogel erreicht die Geschlechtsreife im Alter von 2 Jahren. In den meisten Verbreitungsgebieten erstreckt sich die Paarungs- und Balzzeit über das ganze Jahr. Grundsätzlich steht die Brutzeit jedoch in engem Zusammenhang mit dem Vorhandensein von ausreichend Wasser und Nahrung. In den meisten Verbreitungsgebieten konzentriert sich die Fortpflanzung auf das Frühjahr und den Sommer. Afrikanische Schlangenhalsvögel leben in monogamer Einehe. Ihre Nester nutzen sie meist über mehrere Jahre. Während der Balz vollführt das Männchen kunstvolle Gleitflüge. Das Nest wird unmittelbar nach der Balz repariert oder neu gebaut. Dabei sorgt das Männchen für Baumaterial, das dann vom Weibchen verbaut wird. Die Nester befinden sich in Bäumen oder größeren Sträuchern und werden im Astwerk errichtet. Die Nistplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer, jedoch immer gut versteckt. Auch wenn der Afrikanische Schlangenhalsvogel während der Brutzeit sehr territorial ist, so brütet er dennoch in kleineren Kolonien, seltener auch paarweise. Die einzelnen Nester weisen in der Regel einen Abstand von einigen Metern auf. Das eigene Nest wird insbesondere vom Männchen erbittert verteidigt. Die Weibchen sind deutlich weniger territorial und verteidigen allenfalls das Nest selbst. Die eigentliche Kopulation findet im Nest statt. Um den Nestbau kümmern sich beide Geschlechter. Die Nester entstehen meist in mittlerer Höhe von rund 3,5 Metern über der Wasseroberfläche. Im Abstand vom ein bis zwei Tagen legt das Weibchen je ein Ei. Ein Gelege umfasst dabei insgesamt 2 bis 6 (4) Eier. Die Eier weisen eine längsovale Form auf. Sie werden über einen Zeitraum von durchschnittlich 28 Tagen ausgebrütet. Nach dem Schlupf sind die Küken anfangs noch nackt und ausgesprochen hilflos. Sie werden von beiden Eltern mit hervorgewürgter Nahrung gefüttert. Später stecken die Jungvögel ihre Köpfe regelrecht in den Schlund ihrer Eltern und fischen dort nach Nahrung. Die Nestlingszeit erstreckt sich meist über gut 30 Tage. Die Flugfähigkeit wird mit etwa 50 Tagen erreicht. Die Jungvögel bleiben aber noch einige Wochen bei den Eltern.

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Afrikanische Schlangenhalsvogel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Afrikanische Schlangenhalsvogel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Afrikanische Schlangenhalsvogel als least concern (nicht gefährdet) geführt. Auch wenn die Art in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt wird, so ist sie doch in einigen Gebieten des südlichen Afrika wegen der wahrgenommenen Auswirkungen (eigentlich minimal) durch die Fischerei von Forellen und anderen Fischarten, gefährdet. Des Weiteren ist die Art in Burundi durch menschliche Störungen, Ausbeutung der Brutkolonien, Zerstörung der Lebensräume und durch Umweltverschmutzung bedroht.

Datei:Afrikanischer Schlangenhalsvogel.jpg

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