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Info: Der Afrikanische Manati (Trichechus senegalensis) zählt innerhalb der Familie der Rundschwanzseekühe (Trichechidae) zur Gattung Trichechus. Im Englischen wird der Afrikanische Manati West African Manatee genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Aussehen und Maße: Der Afrikanische Manati erreicht eine Körperlänge von 300 bis 400 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 500 Kilogramm. Männchen bleiben etwas kleiner und leichter als Weibchen. Die sehr dicke Haut ist gräulich bis graubraun oder leicht bräunlich gefärbt. Jungtiere sind in der Regel ein wenig dunkler gefärbt. Der Kopf ist massig und setzt sich nicht vom Körper ab. Im Laufe der Evolution haben sich aus den Vorderbeinen kleine Flossen entwickelt, die Schwanzflosse ist rundlich geformt. Der Kopf und das Rostrum sind vor allem durch eine sehr große, gespaltene Oberlippe geprägt mit denen Afrikanische Manatis am Gewässergrund grasen. Die äußeren Kanten der Oberlippe sind mit groben Borsten bedeckt. Das Maul ist insgesamt nach unten gerichtet. Diese Ausrichtung erleichtert das Grasen. Die hinteren Prämolaren und Molaren weisen einen runden Querschnitt auf und sind ohne Zahnschmelz. Im vorderen Teil des Gaumens zeigen sich verknöcherte Hornplatten. Bei dieser Kopf-Maul-Konstruktion erstaunt es nicht, dass kein Nasenbein vorhanden ist. Die sehr kleinen Augen liegen oberhalb der Nasenlöcher und weit hinten am Kopf. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über ein Paar Zitzen. Der Magen der Afrikanische Manatis besteht trotz der pflanzlichen Nahrung nur aus einer Kammer. Daran anschließend folgen der Zwölffingerdarm und der sehr lange Darm, in dem auch die eigentliche Verdauung stattfindet.

Lebensweise: Afrikanische Manatis leben einzelgängerisch, die einzige Gruppenbildung ist eine Mutter mt ihrem Nachwuchs. Der Nachwuchs bleibt bis zu 2 Jahren bei der Mutter. Die Geschlechter treffen im Wesentlichen nur während der Paarungszeit aufeinander und gehen sich ansonsten aus dem Weg. In einigen Regionen der Verbreitungsgebieten kann es bei der Nahrungssuche jedoch zur Bildung von kleinen losen Gruppen kommen. Hierbei kann es sich aber auch um Familiengruppen handeln. Diese Gruppen weisen selten mehr als 4 bis 6 Individuen auf. Afrikanische Manatis sind überwiegend in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Während dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Am Tage ruhen sie an geschützten Plätzen im Flachwasser. Dabei halten sie sich in Tiefen von bis zu 2 Metern auf. Sie sind durchaus gute aber sehr langsame Schwimmer. Dies macht sie zu einer leichten Beute für Wilderer. Eventuelle Fleischfresser sind nicht dokumentiert.

Verbreitung: Afrikanische Manatis sind im westlichen Afrika weit verbreitet. Sie sind insbesondere in Mauretanien, dem Senegal, in Gambia, Guinea Bissau, Guinea, Sierra Leone, Liberia, der Elfenbeinküste, in Ghana, Togo, Benin, Nigeria, Kamerun, Äquatorial Guinea, im Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik, in Gabun, Angola, Mali, Niger im Tschad und in Burkina Faso anzutreffen. Besiedelt werden sowohl Flüsse als auch Seen, Mangroven, Lagunen, Buchten und andere Küstengewässer wie Flussdelta. Sie kommen in Salzwasser, Süßwasser und auch Brackwasser vor. Afrikanische Manatis kommen nur in tropischen und subtropischen Regionen vor, da die Wassertemperatur bei 18 Grad Celsius oder mehr liegen muss. Während der Trockenzeit ziehen sich die Tiere in tieferes Wasser von Flüssen oder Seen zurück.

Ernährung: Zur Hauptnahrung der Afrikanischen Manatis gehören aquatische Pflanzen wie Vossia sp.Eichornia crassipes, Vogelknöteriche (Polygonum sp.), Seegras (Cymodocea nodosa), Algenfarne (Azolla sp.), Hühnerhirsen (Echinochloa sp.) , Tausendblatt (Myriophyllum sp.), Wassersalat (Pistia stratiotes) und Rhizophora racemsoa. In Studien von Mageninhalten wurde nachgewiesen, dass Afrikanische Manatis auch in kleinen Mengen Fische und Weichtiere zu sich nehmen. Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu 8 Tonnen pro Jahr an Nahrung zu sich nehmen. Mikroorganismen in Magen- und Darmtrakt helfen bei der Zersetzung der Nahrung. Je nach Größe eines Afrikanischen Manatis liegt der tägliche Nahrungsbedarf bei 12 bis 18 Kilogramm.

Fortpflanzung: Je nach Geschlecht erreicht der Afrikanische Manati die Geschlechtsreife zu unterschiedlichen Zeiten. Weibchen sind meist mit 3 bis 4 Jahren Geschlechtsreif, Männchen erreichen die Geschlechtsreife hingegen erst im Alter von rund 5 bis 7 Jahren. Während der Paarungszeit kommt es unter den Bullen zu harmlosen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. In den tropischen Gewässern erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr, die meisten Geburten fallen jedoch in die Trockenzeit. Eine Kuh bringt nur alle 3 bis 5 Jahre Nachwuchs zur Welt. Dies stellt eine sehr niedrige Reproduktionsrate dar. Nach einer Tragezeit von 390 bis 400 Tagen bringt eine Kuh ein, selten auch zwei Kälber zur Welt. Die Kälber kommen mit dem Schwanz voran auf die Welt. Das Kalb weist eine Geburtslänge von rund 105 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 25 Kilogramm auf. Unmittelbar nach der Geburt drückt die Mutter ihr Junges an die Wasseroberfläche, damit es atmen kann. Das Paar Zitzen liegt unterhalb der Brustflossen. Das Jungtier reitet meist auf dem Rücken der Mutter, kann jedoch auch eigenständig schwimmen. Ab dem dritten oder vierten Lebensmonat nehmen die Jungtiere zusätzlich zur Muttermilch auch schon feste Nahrung zu sich. Die Säugezeit erstreckt sich in der Regel über maximal 18 Monate. Der Säugevorgang erfolgt unter Wasser. Die enge Bindung zwischen Kuh und Kalb ist die einzige soziale Bindung die Afrikanische Manatis kennen. Ein Kalb bleibt meist zwei Jahre bei der Mutter. Die Lebenserwartung wird auf rund 30 Jahren geschätzt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz: In der Nähe des Menschen sind Afrikanische Manatis keine gern gesehenen Gäste. Man sagt den Tieren nach, sie würden in Reisfeldern Zerstörungen anrichten und Fischernetze beschädigen. Beides ist jedoch unbestätigt. Nicht nur aus den vorgenannten Gründen, auch wegen des Fleisches werden Afrikanische Manatis von der Bevölkerung bejagt. Dies ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes, insbesondere in Sierra Leone und in Nigeria Gang und Gäbe. Man tötet die Tiere in der Regel mit Harpunen oder ähnlichen Waffen. Auch Schusswaffen werden mitunter eingesetzt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art mittlerweile als gefährdet geführt.

Datei:Afrikanischer Manati.jpg

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