FANDOM


Info: Die Afrikanische Zibetkatze (Civettictis civetta) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung Civettictis. Im Englischen wird die Afrikanische Zibetkatze African Civet genannt.

Aussehen und Maße: Die Afrikanische Zibetkatze erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 65 bis 90 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 42 bis 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von 12 bis 15 Kilogramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter als Männchen. Das Fell weist eine gräuliche bis goldbraune Grundfärbung auf und ist mit dunkelbraunen bis schwarzbraunen Tupfen, zuweilen auch mit Streifen oder Balken bedeckt. Die Fellzeichnung kann je nach Unterart und regional stark variieren. Dorsal zeigt sich eine schwärzliche Mähne, die sich vom Nacken bis zum Schwanzansatz erstreckt und bei Erregung aufgerichtet werden kann. Der lange Schwanz ist dunkel gebändert und weist eine schwärzliche Spitze auf. Wie bei allen Schleichkatzen sind die Extremitäten ausgesprochen kurz und kräftig ausgebildet. Das Gesicht ist unterhalb der Augen meist durch eine dunkle Gesichtsmaske geprägt, die entfernt an einen Waschbären erinnert. Die Schnauzenspitze ist weißlich gefärbt. Seitlich am Hals sind mehr oder weniger deutlich weißliche Streifen erkennbar. Die Füße enden in jeweils fünf Zehen, die mit nicht rückziehbaren Krallen versehen sind. Zwischen den Zehen und an den Sohlen zeigt sich keine Behaarung. Das kräftige Gebiss besteht aus 40 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 3/3, 1/1, 4/4, 2/2.

Lebensweise: Afrikanische Zibetkatzen sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Aufgrund ihrer verschwiegenen Lebensweise kann man diese Schleichkatze nur selten beobachten. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Während der Ruhephasen schlafen Afrikanische Zibetkatzen in dichter Vegetation oder in von anderen Tieren übernommenen Erdbauten. An derart geschützten Stellen bringen Weibchen auch ihren Nachwuchs zur Welt. Die Kommunikation untereinander erfolgt überwiegend über den hoch entwickelten olfaktorischen Sinn (Geruchssinn). Im Nahbereich spielen auch der Sehsinn und das Gehör eine große Rolle. Im Analbereich befindet sich Perinealdrüsen, das austretende Sekret dient im Wesentlichen der Reviermarkierung. Darüber hinaus wird auch Kot und Urin zur Reviermarkierung genutzt.

Unterarten:

Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet der Afrikanischen Zibetkatze erstreckt sich in Afrika südlich der Sahara vom westliche Afrika bis nach Somalia und südlich bis nach Südafrika. Nachgewiesen ist die Art in Angola, Benin, Botswana, Kamerun, in der Zentralafrikanische Republik, im Kongo, in der Elfenbeinküste, in Äquatorialguinea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Guinea, Kenia, Liberia, Malawi, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, Sudan, Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe. Savannen, lichte Wälder, Buschland und auch Waldränder zählen zu den bevorzugten Lebensräumen. In dichten Wäldern, insbesondere in tropischen Regenwäldern sind Afrikanische Zibetkatzen nur sehr selten anzutreffen. Aber auch ausgesprochen trockene Lebensräume wie Wüsten und Halbwüsten werden nicht besiedelt. In der Regel befindet sich immer ein Gewässer im Lebensraum der Afrikanischen Zibetkatze. Eine dichte Bodenvegetation wird bevorzugt, da die Katzen hier ausreichend Schutz finden.

Ernährung: Afrikanische Zibetkatzen gelten als Allesfresser, die sich sowohl von Früchten, Fleisch und Aas ernähren. An tierischer Nahrung stehen vor allem Nagetiere (Rodentia) sowie größere Insekten (Insecta) wie Käfer (Coleoptera), Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera). Aber auch [1] Vögel (Aves), Vogeleier, Tausendfüßer (Myriapoda) und Reptilien (Reptilia) stehen weit oben auf der Speisekarte. An Früchten werden auch hartschalige Waldfrüchte wie Brechnüsse (Strychnos) gefressen. Beutetiere werden mit den Tatzen gehalten und durch einen Biss getötet.

Fortpflanzung: Die Afrikanische Zibetkatze erreicht die Geschlechtsreife mit bereits 12 Monaten. In den tropischen Lebensräumen können sich die Afrikanische Zibetkatzen das ganze Jahr über fortpflanzen. Die Hauptpaarungszeit erstreckt sich in der Regel jedoch über die Regenzeit. In einer Saison kommt es zu einem oder zwei Würfen. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander und leben ansonsten einzelgängerisch. Kurz nach der Paarung trennen sich die Geschlechter wieder. Die Aufzucht des Nachwuchses obliegt ausschließlich dem Weibchen. Das Paarungsverhalten kann demnach als polygam bezeichnet werden. Nach einer Tragezeit von rund 75 bis 80 Tagen bringt das Weibchen zwischen 1 bis 4 (2-3) Jungtiere an einem geschützten Platz zur Welt. Die Nester befinden sich meist in dichter Vegetation am Waldboden. Die Jungtiere sind katzentypisch noch blind aber schon spärlich behaart. Sie weisen ein Geburtsgewicht von rund 380 bis 400 Gramm auf. Zum Säugen des Nachwuchses verfügt ein Weibchen über drei Paare Zitzen. Nach 6 bis 8 Wochen werden sie von der Muttermilch entwöhnt und beginnen mit der Aufnahme fester Nahrung. Wann die Jungen selbständig sind, ist nicht bekannt. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei 15 Jahren. Ein Alter von 20 Jahren kann in Gefangenschaft erreicht werden.

Ökologie, Gefährdung und Schutz: In der Nähe des Menschen werden Afrikanische Zibetkatzen nicht gerne gesehen, da sie mit Vorliebe das Geflügel und anderes Kleingetiere wie junge Ziegen und Schafe der Bauern reißen. Langezeit stellte der Mensch den Tiere nach. Begehrt ist neben dem Fell vor allen das Sekret aus den Perinealdrüsen, das in der Parfümherstellung Verwendung findet. Heute kann das Sekret auch künstlich hergestellt werden. Aber auch heute noch fristen einige Tausend Afrikanische Zibetkatzen in Gefangenschaft ein erbärmliches Leben. Von Zeit zu Zeit entnimmt man ihnen den Inhalt der Perinealdrüsen. Der Hauptproduzent ist auch heute noch Äthiopien. Das Moschus wird vor allem nach Frankreich exportiert. Trotz der Bejagung und der anhaltenden Vernichtung der natürlichen Lebensräume zählt die Afrikanische Zibetkatze noch nicht zu den bedrohten Arten. Daher wird die Art in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC, Least concern) geführt.

Datei:Afrikanische Zibetkatze.jpg

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki