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Info: Der Afrika-Baumfalke (Falco cuvierii) zählt innerhalb der Familie der Falkenartigen (Falconidae) zur Gattung der Falken (Falco). Im Englischen wird der Afrika-Baumfalke african hobby genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Aussehen und Maße: Der Afrika-Baumfalke erreicht eine Körperlänge von etwa 28,0 bis 30,0 Zentimeter, wobei das Weibchen größer und schwerer ist als das Männchen. Der kleine braune Afrika-Baumfalke wirkt ziemlich schlank und weist lange Flügel und einen langen Schwanz auf. Die Flügelspitzen reichen in Ruhe nicht über die Schwanzspitze hinaus. Die Wachshaut, der Augenring sowie die Beine weisen eine gelbe Färbung auf. Das Obergefieder erscheint grau-schwarz. Am Kopf zeigen sich dunkle kastanienbraune Streifen und manchmal sieht man diese Streifen auch auf dem Nacken. Die Unterseite ist rotbraun und ist mit schwachen schmalen Streifen besetzt. Die Kehle und die Wangen sind etwas blasser gezeichnet. Im Flug von unten gesehen, erkennt man rotbraune, schwach gestreifte Unterschwanzdecken. Auch die Schwungfedern und der Schwanz weisen rotbraune Streifen auf, jedoch ziemlich undeutlich. Die Jugendlichen sind oben brauner gefärbt als die Erwachsenen. Des Weiteren sind der Hals und die Wangen ebenfalls dunkler getönt und unten zeigen sich breitere Streifen. Auf den Unterschwanzdecken zeigen sich dunkle Markierungen sowie eine deutliche Streifung am Schwanz. Die Art könnte leicht mit dem Taitafalken (Falco fasciinucha) verwechselt werden. Der Ruf des Afrika-Baumfalken klingt ziemlich schrill und hört sich etwa wie "kik-kik-kik-kik" an.

Lebensweise: Der Afrika-Baumfalke ist ein irruptiver oder lokaler Migrant. Die Bewegungen sind noch nicht vollständig verstanden, aber es zeichnet sic himmer deutlicher ab, dass diese Art nur Sommergast während Brutzeit im südlichen Afrika ist. Dies wurde auch durch die Ergebnisse des Southern African Bird Atlas Project mit der großen Mehrheit der Einträge in dieser Region von September bis April unterstützt. Des Weiteren gibt es noch einige Bewegungen in Uganda, die von Mai bis Oktober bei Teso häufiger auftreten. In anderen nördlichen Gebieten ist der Afrika-Baumfalke angeblich ansässig, so dass die Herkunft dieser Art, die bis in das südliche Afrika reicht, noch ungewiss ist. In Sambia wurden die Aufzeichnungen zwischen August und März gemacht, mit Ausnahme von drei Sichtungen einzelner Vögel zwischen April und Juni. In Süd-Afrika wurden die meisten Aufzeichnungen zwischen September und April gemacht. Der Afrika-Baumfalke bewohnt die offenen Bereiche und die feuchten Waldränder. Am häufigsten trifft man ihn in Palm-Savannen und in Galeriewäldern an, auch innerhalb der Städte ist der Afrika-Baumfalke zu finden. In Simbabwe und im Sambesi-Tal bevorzugt er die Palmwälder und in Namibia die breitblättrigen Wälder. In Kampala, Uganda hält er sich gerne in Gebieten auf, wo hohe Eukalyptusbäume stehen. In der Regel lebt der Afrika-Baumfalke einzeln, paarweise oder in kleinen Familienverbänden. In Äthiopien wird der Afrika-Baumfalke häufig im Mai gesehen, fast überall sind Bäume vorhanden, ist aber vor allem über offenes Wasser und vor dichten Baumkronen anzutreffen. In Sambia tritt der Afrika-Baumfalke typischerweise in der Nähe oder auf Land auf, vor allem auf Lichtungen.

Verbreitung: Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Afrika-Baumfalke in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Côte d'Ivoire, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Liberia, Mali, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Südafrika, Sudan, Swasiland, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Uganda, Sambia und Simbabwe. Als Durchzügler tritt man den Afrika-Baumfalke in Burundi, Malawi und in Somalia an. Zu seinen Lebensräumen zählen unter anderem subtropische und tropische Trockenwälder, Trockensavannen, urbanisierte Flächen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung: Der Afrika-Baumfalke mach Jagd auf kleine Vögel, Fledermäuse und auf Insekten, vor allem in der Dämmerung und in der Reel auf offenen Lichtungen oder über Wasserstellen. Er fliegt über gute Jagdgebiete hin und her oder macht von einem prominenten Ast aus schnelle Abflüge. Oft schließt sich der Afrika-Baumfalke Scharen von europäischen Baumfalken und anderen Greifvögeln an, die zahlreiche Terminten erbeuten. Die Insektenbeute umfasst Zikaden, Heuschrecken, Grillen und Gottesanbetinnen. In Nigeria ist sein Jagdverhalten auf riesige Schwärme von Rauchschwalben (Hirundo rustica) geprägt. Bevor diese Aktivität beginnt, timen die Afrika-Baumfalken ihre Anwesenheit und Verhalten in Verbindung mit den Anflugs- und Abflugszeiten der Schwalben. Das Zeitfenster der Afrika-Baumfalken ist von 20 bis 40 Minuten pro Zyklus in der Dämmerung. Die allgemeine Jagd-Erfolgsrate liegt bei 38 Prozent (25 von 66 beobachteten Attacken), wobei der höchste Angriff auf kleine Schwärme von 2 bis 50 Schwalben liegt, unabhängig von der Jagdhöhe, Jagdweise und von der Zeit relativ zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Die Vögel jagen kooperativ, dies scheint erfolgreicher zu sein als die einzelne Jagd. In Tansania erbeutet der Afrika-Baumfalke Schafstelzen (Motacilla flava) und in Sambia jagt er kleine Vögel in der Größe einer Schwalbe.

Fortplanzung: Die Horste befinden meist in einem hohen Baum, darunter auch exotische Arten. Ferner bezieht der Afrika-Baumfalke auch verlassene alte Horste von anderen Greifvögeln oder die Nester von Krähen. In Simbabwe werden verlassene Horste vom Wahlbergsadler (Aquila wahlbergi) (Hieraaetus wahlbergi) und vom Schmarotzermilan (Milvus aegyptius) in Besitz genommen. Die Brutsaison findet am Ende der Trockenzeit vom September bis November statt. Das Gelege besteht in der Regel aus drei Eiern. Die Eier weisen eine gelbbraune Färbung auf und sind dicht mit rötlich-braunen Flecken gesprenkelt. In Uganda findet die Eiablage hauptsächlich zwischen Dezember und April statt und in Sambia vom Oktober bis November. In Simbabwe erfolgt die Eiablage von September bis Dezember. In Sambia beziehen die Paare wahrscheinlich verlassene alte Nester vom Schildraben (Corvus albus), die sich hoch oben in Eukalyptusbäumen befinden. Ferner wählt der Afrika-Baumfalke auch die Guibourtia coleosperma-Bäume, wo der Horst hoch oben in einer Astgabel in einer Höhe von 10 bis 15 Metern angelegt wird. Es ist auch bekannt, dass die Art die Horste vom Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer) gerne in Beschlag nimmt und in Simbabwe wählt der Afrika-Baumfalke auch die Horste vom Wahlbergsadler (Hieraaetus wahlbergi).

Gefährdung und Schutz: Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Afrika-Baumfalke heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 20.000 Quadratkilometer. Der Afrika-Baumfalke ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Afrika-Baumfalke selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Afrika-Baumfalke als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Datei:Afrika-Baumfalke.jpg

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