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Info: Das Aberthörnchen (Sciurus aberti) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Eichhörnchen (Sciurus). Aberthörnchen sind eine relativ junge Art. Die ältesten fossilen Funde stammen aus dem Mittelpleistozän und sind in etwa 200.000 bis 600.000 Jahre alt. Die meisten Funde stammen aus Nebraska aus dem Snake Creek.

Aussehen und Maße:Das Aberthörnchen erreicht eine Gesamtlänge von 46 bis 58,5 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 19,5 bis 25,5 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 6,5 bis 8 Zentimeter sowie ein Gewicht von 540 bis 970 Gramm. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Die langen Büschel an den Ohren können im Winter eine Länge von 2,5 Zentimeter erreichen. Im Sommer sind die Büschel nicht oder nur andeutungsweise vorhanden. Das Fell weist je nach Unterart eine facettenreiche Färbung auf. Es treten sowohl braune und gräuliche als auch schwarze Farbmorphen auf. Zweimal im Jahr kommt es zum Fellwechsel. Der Zeitpunkt variiert dabei je nach Verbreitungsgebiet. Im Winter ist das Fell der Aberthörnchen insgesamt dichter und länger als im Sommer. Der Schwanz ist zwar kurz, ist jedoch ausgesprochen buschig. Der Schädel ist relativ kurz und deutlich abgeflacht. Der Nasenrücken ist schmal und seitlich abgeflacht. Über den Augen, oberhalb der Nasenspitze an den Wangen und an den Unterschenkeln der Vorderbeine hat das Aberthörnchen Tasthaare, die der Orientierung dienen. Die Beine sind recht kurz und enden in vier Zehen, die mit scharfen Krallen versehen sind.

Lebensweise: Aberthörnchen sind tagaktive Eichhörnchen. Die tägliche Aktivität startet bereits in den frühen Morgenstunden und enden spätestens zum Sonnenuntergang. Die Nacht verbringen Aberthörnchen in ihren Nestern. Während der Mittagszeit legen sie allerdings eine Pause ein, da sie zu große Hitze nicht vertragen. Den Winter verbringen sie entweder in festen Behausungen wie Baumhöhlen oder in gut gepolsterten Baumnestern. Baumnester werden im Geäst der Gelbkiefer (Pinus ponderosa) angelegt und bestehen überwiegend aus kleinen Ästen und Reisig. Im Innern wird das Nest mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Meist werden neben dem Hauptnest auch einige Nebennester angelegt. Aberthörnchen gelten als ausgezeichnete Kletterer. Aufgrund ihrer kräftigen Beinmuskulatur können sie leicht Entfernungen zwischen Ästen oder Bäumen durch Sprünge von über zwei Metern bewältigen. Aberthörnchen leben überwiegend einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Größe ihres Reviers hängt stark vom Nahrungsangebot ab.

Unterarten:

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Sciurus aberti aberti Woodhouse, 1853 LC Arizona und New Mexiko
Sciurus aberti barberi Allen, 1904 LC Chihuahua, Mexiko
Sciurus aberti chuscensis Goldman, 1931 LC nördliche Grenze zwischen Arizona und New Mexiko
Sciurus aberti durangi Thomas, 1893 LC Durango, Mexiko
Sciurus aberti ferreus True, 1894 LC Colorado und südliches Wyoming
Sciurus aberti mimus Merriam, 1904 LC nördliches New Mexiko und südliches Colorado
Sciurus aberti navajo Durrant & Kelson, 1947 LC südöstliches Utah
Sciurus aberti phaeurus Allen, 1904 LC Chihuahua und nordwestliches Durango, Mexiko
Sciurus aberti kaibabensis Merriam, 1905 LC

Arizona

Verbreitung: Aberthörnchen sind insbesondere in den südwestlichen Bundesstaaten der USA verbreitet. Sie kommen hier insbesondere in Arizona, New Mexiko, Utah, Colorado und im südlichen Wyoming vor. Drei Unterarten sind in den mexikanischen Bundesstaaten Durango und Chihuahua endemisch. Hier kommen Aberthörnchen vor allem in der Sonora und der Sierra Madre vor. Die genaue Verbreitung der Unterarten kann aus der obigen Tabelle entnommen werden. Aberthörnchen sind fast ausschließlich in Höhenlagen von 1.800 bis 3.000 Meter über NN. anzutreffen. Beliebte Lebensräume sind lichte Nadelwälder im Hügelland und in mittleren Gebirgslagen. Wälder mit einem ausreichendem Bestand an Gelb-Kiefern (Pinus ponderosa) werden von den Aberthörnchen bevorzugt.

Prädatoren: Aberthörnchen haben in ihren natürlichen Lebensräumen eine Reihe von Freßfeinden. Zu den natürlichen Feinden zählen unter anderem der Rotfuchs (Vulpes vulpes), der Rotluchs (Lynx rufus), der Grauwolf (Canis lupus), verschiedene marderartige Tiere wie der Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) sowie Greifvögel und größere Eulen (Strigiformes) . Aberthörnchen sind jedoch sehr wachsame Tiere, die permanent auf der Hut sind. Aber vor allem viele Jungtiere fallen durch Unachtsamkeit Raubtieren zum Opfer. Bei Gefahr warnen sich Aberthörnchen gegenseitig mit Lauten und verstecken sich in ihren Behausungen. In den Bäumen sind sie aufgrund ihrer hohen Beweglichkeit vor den meisten Beutegreifern in Sicherheit.

Ernährung: Die Hauptnahrung der Aberthörnchen besteht aus den Sämereien der Gelb-Kiefer (Pinus ponderosa). Daher sind die Tieren auch fast ausschließlich in derartigen Wäldern anzutreffen. Nur gelegentlich werden auch Pilze und Aas verspeist. Für die kalte Jahreszeit legen Aberthörnchen in ihren Bauten und an weiteren Plätzen umfangreiche Nahrungsvorräte an. Von diesen Vorräten zehren sie dann im Winter.

Fortplanzung: Das Aberthörnchen erreicht die Geschlechtsreife mit rund acht bis zwölf Monaten. Jedoch tritt bei den Männchen nur die soziale Geschlechtsreife in Kraft. Das heißt, aufgrund von Rivalenkämpfen können Männchen meist erst gegen Ende des zweiten Lebensjahres das erste Mal ein Weibchen begatten. Vorher sind sie älteren Männchen körperlich unterlegen. Die Paarungszeit beginnt meist in den meisten Verbreitungsgebieten im April, gelegentlich auch erst im Mai. In südlichen Verbreitungsgebieten beginnt die Paarungszeit aufgrund wärmerer Temperaturen meist ein bis zwei Monate früher. Während der Paarungszeit kommt es je nach Vorkommen zu einem oder zwei Würfen. Aberthörnchen leben polygam. Ein Männchen begattet in der Regel mehrere Weibchen. Umgekehrt verfährt das Weibchen ähnlich, sie paart sich mit mehreren Männchen. Zum Paarungsritual gehören Verfolgungsrennen zwischen Männchen und Weibchen, an dem durchaus mehrere Männchen teilnehmen können. Das Männchen hat nach der Begattung seine Aufgabe erfüllt und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Dieses obliegt allein dem Weibchen. Hat sich ein Männchen bei den Rivalenkämpfen durchgesetzt, so erfolgt die Kopulation, die nur wenige Sekunden bis hin zu einer halben Minute dauert. Nach einer Tragezeit von 40 bis 44 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Nest zwischen drei und vier, selten bis sechs Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bei der Geburt nackt, blind und taub. Sie wiegen rund 12 Gramm und weisen eine Länge von 6 Zentimeter auf. Bereits nach zwei Wochen ist ihnen ein Fell gewachsen. Kurze Zeit später öffnen sich auch die Ohren und die Augen. Die Entwöhnung beginnt meist mit dem 40. Lebenstag und ist gegen Ende der 10. Lebenswoche abgeschlossen. Im Alter von gut drei bis vier Monaten lösen sich die Jungtiere von der Mutter. Die Lebenserwartung in Freiheit ist nicht erforscht und somit unbekannt. Ein Großteil der Jungtiere fallen im ersten Lebensjahr Fleischfressern zum Opfer.

Gefährdung und Schutz: Aberthörnchen gehören noch nicht zu den bedrohten Eichhörnchen. Die Bestände unterliegen jedoch zyklischen Schwankungen, so dass beständige Zahlen nicht zu ermitteln sind. Aberthörnchen werden im Wahingtoner Artenschutzabkommen in Anhang III geführt. In der Roten Liste der IUCN ist die Art als nicht gefährtdet gelistet.

Datei:Aberthörnchen.jpg

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